Rüdiger Fritsch, Präsident des SV Darmstadt 98.

Rüdiger Fritsch, Präsident des SV Darmstadt 98 und Mitglied im DFL-Präsidium, hält die Kritik an den Plänen zur Bundesliga-Fortsetzung für "Stammtischparolen". Und widerspricht damit auch den Äußerungen eines Politikers.

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Rüdiger Fritsch hat die Pläne der Deutschen Fußball Liga (DFL) verteidigt, die Saison in erster und zweiter Bundesliga im Mai mit Geisterspielen fortsetzen zu wollen. "Grundsätzlich gilt: Wenn sich die gesamte Gesellschaft und das Wirtschaftsleben darauf vorbereiten, ins normale Leben zurückzugehen – warum darf das der Fußball nicht auch tun?", sagte der Präsident von Zweitligist Darmstadt 98, der zugleich Mitglied im DFL-Präsidium ist, in einem Sportschau-Interview.

"Der Fußball reklamiert keine Sonderstellung für sich. Wenn dem so wäre, würde kein Fußballverein oder die DFL etwas fordern", so Fritsch weiter.

Lauterbach gegen Bundesliga-Fortführung

Vorwürfe an den Plänen, den Spielbetrieb trotz ungewissen Ausgangs der Coronavirus-Krise wieder aufnehmen zu wollen, kamen zuletzt vor allem aus der Politik. "Ich halte solche Spiele nicht für eine gute Idee. Ich weiß, dass die DFL und die Vereine selbst einen großen Druck ausüben, auch auf die Politik", sagte Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe.

"Wir würden sehr viele Tests verbrauchen, die wir dringend medizinisch benötigen, beispielsweise in Pflegeeinrichtungen oder für diejenigen, die unter Infektionsverdacht stehen", so Lauterbach weiter.

Fritsch: "Das ist eine Stammtischparole"

Genau das sieht Fritsch grundlegend anders: "Die Testkapazitäten sind derart groß und wachsen stetig weiter an. Wenn man von Fußballmannschaft und Begleitpersonen ausgeht, die man alle paar Tage testen müsste, dann sind das nicht mal 0,5 Prozent der Testkapazitäten, die zur Verfügung stehen. Das ist eine Stammtischparole", sagte er.

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Lauterbach hingegen sieht in der Wiederaufnahme des Spielbetriebs ein "falsches Signal": "Wir würden hier eine Ausnahme für den Fußballsport machen, die wir für viele andere Sportarten nicht machen." Die in der DFL organisierten Bundesligen pausieren mindestens bis zum 30. April. Am kommenden Donnerstag (23. April) wollen die insgesamt 36 Proficlubs beraten, wie es anschließend weitergehen soll. In beiden Ligen ruht der Spielbetrieb seit dem 25. Spieltag.