Rüdiger Fritsch

Die zweite Corona-Welle ist in vollem Gange. Ein erneuter Lockdown wäre für die Vereine fatal, sagt Lilien-Boss und DFL-Präsidiumsmitglied Rüdiger Fritsch. Und gibt gleich eine Devise aus.

Videobeitrag

Video

zum Video Die Bundesliga zittert vor dem zweiten Lockdown

Heimspiel Grafik
Ende des Videobeitrags

Corona-Fallzahlen wie im Frühling, Geisterspiele in der Bundesliga und die Angst vor einem erneuten Lockdown: Die neue Dynamik der Pandemie sorgt im deutschen Fußball für neue, alte Probleme. Wie geht es weiter? Dürfen Fans in die Stadien? Und was passiert, wenn die Saison gar erneut unterbrochen werden müsste?

Fragen, die Rüdiger Fritsch wohl noch ein bisschen mehr umtreiben als den Ottonormalfan von der Straße. Fritsch hat mit dem SV Darmstadt 98 nicht nur selbst einen Club durchs Feuer zu führen, sondern muss in seiner Rolle als Präsidiumsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL) auch das große Ganze im Blick haben. Und Fritsch warnt. "Die Einstellung des Spielbetriebs, und damit des Geschäftsbetriebs, würde zu ganz großen wirtschaftlichen Herausforderungen führen. Dass der eine oder andere Verein das nicht überlebt, kann man tatsächlich nicht ausschließen", so Fritsch im hr-heimspiel!.

" ... dann reden wir von 20 Millionen Euro Defizit"

Ein Schreckensszenario, das so noch nicht eingetreten ist. Der Spielbetrieb läuft weiter, auch wenn wegen der gestiegenen Infektionszahlen vielerorts wieder Geisterspiele anstehen. Was das für die Vereine bedeutet, rechnet Fritsch am Beispiel des SV Darmstadt 98 vor. "Es fehlen ja nicht nur die Zuschauer, sondern auch Sponsoren, Logen, Businessgäste, die heutzutage zum Finanzierungskonzept dazugehören", so der Lilien-Präsident.

"Wenn die Saison mit Geisterspielen zu Ende gespielt wird, haben wir bei Darmstadt 98 einen Umsatzverlust von fünf Millionen Euro. Bei einem Umsatz von 32 Millionen Euro sind das über zehn Prozent. Das kann man hochrechnen. Bei einem Bundesligisten mit 150 Millionen Euro Umsatz reden wir von 20 Millionen Euro Defizit."

"Wir hoffen, dass es nicht zum K.o. kommt"

Eine Menge Holz, so viel ist klar. Auch deswegen kann Fritsch die Kritik von Eintracht-Vorstand Axel Hellmann am Fan-Verbot verstehen. "99 Prozent der Zuschauer und auch der Spieler und Vereine haben sich sehr gut und angemessen verhalten. Das Konzept greift", so Fritsch.

Die Herausforderungen, sie werden in den kommenden Wochen nicht weniger, schon gar nicht für einen Clubboss. "Jetzt müssen wir gucken, dass wir die zweite Welle überstehen", so Fritsch. "Ein blaues Auge haben wir schon, jetzt müssen wir das zweite blaue Auge hinnehmen. Aber wir hoffen, dass es nicht zum K.o. kommt." Wie das gelingen soll, gibt Fritsch direkt vor: "Positiv denken und die Strohhälme, die wir haben, annehmen. Und dazu gehört, wenn es möglich ist, eine kleine Anzahl an Zuschauern. Rumjammern geht nicht. Wir müssen das Beste draus machen."

Weitere Informationen

Lilien-Nachholspiel in Osnabrück

Am Mittwochabend (18.30 Uhr) tritt Darmstadt 98 zum Zweitliga-Nachholspiel beim VfL Osnabrück an. Fans sind im Stadion nicht zugelassen. Unseren Vorbericht finden Sie hier.

Ende der weiteren Informationen