Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch

Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch ist mit der abgelaufenden Saison zufrieden. In der kommenden Spielzeit soll dennoch ein ganz bestimmtes Gefühl endlich zurückkehren.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fritsch: "Es gibt immer Hochs und Tiefs"

Rüdiger Fritsch
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Tabellenplatz sieben, 51 Punkte und dazu mit Serdar Dursun den Torschützenkönig der zweiten Liga in den eigenen Reihen - die Bilanz des SV Darmstadt 98 der vergangenen Saison kann sich sehen lassen. "Das Ergebnis zählt, am Ende stechen die Bienen", fasste es Präsident Rüdiger Fritsch in einer Medienrunde am Mittwoch zusammen.

Sprung in der Tabelle bringt zusätzliches Geld

Denn der SVD hatte 2020/2021 auch schwierige Momente zu überstehen und drohte bis zum Sieg in Paderborn Anfang März gar in große Abstiegsnot zu geraten. "Es gibt im Sport immer Hochs und Tiefs, aber ich sehe am Verlauf der Saison kein dramatisches Hoch und Runter", wiegelt Fritsch ab. Und betrachtet die angelaufene Spielzeit auch im größeren Zusammenhang: "Wir haben uns sportlich etabliert und möchten mittelfristig die nächste Stufe erklimmen."

Der Sprung auf Platz sieben am letzten Spieltag hat dem Verein laut Fritsch 500.000 bis 600.000 Euro zusätzlich gebracht. Hinzu kommt die Ablöse von Victor Palsson, der zu Schalke 04 wechselt - Geld, das auch wieder in den sportlichen Bereich reinvestiert werden kann. Auf der anderen Seite kalkuliere Darmstadt aktuell mit einem Verlust von rund fünf Millionen Euro in der kommenden Saison. Grund seien vor allem die geringeren TV-Einnahmen. Außerdem könne man zeitnah nicht mit vollen Stadien rechnen. Das habe wiederum Folgen für die Einnahmen durch Sponsoren.

Zurück zum "Bölle-Feeling"

Kein Geld bringt Stürmer Dursun ein, der den Verein nach Ablauf seines Vertrags im Sommer verlassen wird. "Natürlich ist es die Aufgabe, ihn zu ersetzen", so der Präsident, der nicht ausschließen will, dass die Last einfach auf mehrere Spieler-Schultern verteilt wird. "Wenn man ihn nicht eins zu eins ersetzen kann, schießen vielleicht demnächst vier oder fünf Spieler fünf Tore statt einer 27."

Eine weitere große Hoffnung für die kommende Saison: Dass endlich wieder Fans im heimischen Stadion dabei sein können. "Es ist ein totaler Wahnsinn, wie viele Spieler wir haben, die das Bölle noch nie richtig erlebt haben. Und unser Trainer auch nicht. Das ist abstrus", so Fritsch. Sobald es wieder möglich sei, Zuschauer ins Stadion zu lassen "werden wir mit die ersten sein, die versuchen, es umzusetzen".

Zweite Liga attraktiv wie nie

Was die Fans im Stadion, dessen Umbau laut Fritsch übrigens voll im Zeit- und Kostenplan liege, zu sehen bekommen könnten, lässt auch die Augen der SVD-Verantwortlichen strahlen: Schalke 04 und Werder Bremen kommen aus der Bundesliga dazu, auch die Traditionsvereine Dynamo Dresden und Hansa Rostock sind wieder dabei. Er freue sich auf die attraktive zweite Liga der kommenden Saison, so Fritsch - ohne Angst vor großen Namen. "Was zum Wohle der zweiten Liga ist, ist auch zum Wohle von Darmstadt 98."