Honsak klatscht sich mit Fans ab.

Beim SV Darmstadt 98 führt die Corona-Pause offenbar auch zu einer Erweiterung des literarischen Horizonts. Offensivspieler Mathias Honsak holt sich derzeit Tipps von keinem Geringeren als Cristiano Ronaldo.

Für Fußballprofis, das hört man in den vergangenen Wochen immer wieder, ist die Coronakrise eine Zeit voller Veränderungen. "Das ist mein erstes Interview in so einem Format", gesteht Offensivspieler Mathias Honsak von Zweitligist Darmstadt 98, als er sich am Dienstag in eine Telefon-Presse-Konferenz einklinkt. Es geht um Training in Sechserguppen, um die Abstandsregeln zur Eindämmung des Virus – und um die mögliche Fortsetzung der Spiele in erster und zweiter Bundesliga im Mai.

"Ich hoffe, dass wir die Saison noch zu Ende spielen können", sagt der 23-Jährige, dem anzumerken ist, dass er die normalen Fußball-Wochenenden, den Umgang mit der Mannschaft und die Unterstützung der Lilien-Fans im heimischen Böllenfalltor-Stadion vermisst. Honsak gibt aber auch zu bedenken: "Wir müssen schauen, wie es sich entwickelt. Das entscheidende Licht gibt die DFL."

Honsak liest ein Buch von Cristiano Ronaldo

Während die Deutsche Fußball Liga unter Hochdruck und dem Einfluss einer gesellschaftlichen Debatte an möglichen Konzepten zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs arbeitet, hat sich Honsak dem Motto dieses Frühjahrs verschrieben: stay at home. "Zum Glück habe ich eine schöne Terrasse", sagt der Österreicher in Diensten des SV98.

Seine Freundin ist bei ihm, Netflix sowie Gesellschaftsspiele stehen hoch im Kurs. Und: Literatur. "Ich versuche, ein bisschen mehr zu lesen", verrät der Flügelspieler, der aktuell im Buch von einem der Größten seiner Zunft schmökert: Cristiano Ronaldo. Vom mehrfachen Weltfußballer des Jahres könne man viel lernen, sagt Honsak.

Erst Grammozis, dann Anfang

Ähnliches könnte der gebürtige Wiener auch über Markus Anfang sagen, den hoch gehandelten Nachfolger von Dimitrios Grammozis, der zur kommenden Saison das Traineramt bei den Darmstädtern übernehmen wird. In Kiel, wo Honsak in der Saison 2018/19 aktiv war, hatten er und Anfang sich knapp verpasst: Der 45-Jährige hatte die Sportvereinigung Holstein zwischen 2016 und 2018 betreut und war kurz vorher zum 1. FC Köln gewechselt.

Bis zum Kennenlernen im kommenden Sommer gilt Honsaks volle Aufmerksamkeit allerdings seinem gegenwärtigen Übungsleiter. "Wir wollen die Saison unter Dimitrios Grammozis so gut es geht beenden", sagt er. "Wir hatten vor der Coronakrise einen guten Lauf, diese Serie wollen wir fortsetzen." Erst dann konzentriert sich der Offensivspieler auf den Trainerwechsel. Es steht also schon wieder eine Veränderung an.