Imago Stark
Yannick Stark Bild © Imago

Die Tage der Gegengeraden des Darmstädter Böllenfalltors sind gezählt. Am Montag rollen Bagger und Baumaschinen an und reißen die Tribüne ab. Für Lilien-Profi Yannick Stark schwingt trotz Vorfreude auf den Neubau auch Wehmut mit.

Videobeitrag
Stark zu Abriss

Video

zum Video Stark: "Ein würdiger Abschied"

Ende des Videobeitrags

Die Gegengerade im altehrwürdigen Stadion am Böllenfalltor ist für viele Fans des SV Darmstadt 98 weit mehr als eine betonierte Bausünde längst vergangener Tage. Und damit sind sie nicht allein. Auch Lilien-Profi Yannick Stark verbindet mit der Gegengerade besondere Erinnerungen. "Ich war als Kind schon hier im Stadion und kenne es nicht anders. Es ist schon Wehmut dabei, dass sie bald komplett weg ist."

Zitat
„Es ist schon Wehmut dabei, dass die Gegengerade demnächst komplett weg ist.“ Zitat von Yannick Stark
Zitat Ende

Noch aber sind die Bagger und Baumaschinen, die die alte Tribüne ab Montag abreißen sollen, nicht angerückt. Und so herrschte am Sonntag noch einmal rege Betriebsamkeit auf der Gegengeraden. Auf Initiative der Fanabteilung und mit Unterstützung des THW wurden Wellenbrecher und Betonstufen demontiert, die Fans als Erinnerungsstücke erworben hatten. Nach dem Abriss sollen an gleicher Stelle bis Ende 2019 moderne und überdachte Steh- und Sitzplätze entstehen. 

Zufrieden mit dem Remis

Sportlich hatten sich die Lilien am Samstag mit einem Remis gegen Tabellenschlusslicht  FC Ingolstadt von der Tribüne verabschiedet. "Am Ende können wir mit dem Punkt wohl besser leben als der Gegner", sagte Trainer Dirk Schuster. Durch einen umstrittenen Elfmeter war seine Mannschaft früh in Rückstand geraten, durch einen noch fragwürdigeren Strafstoß gelang in der Schlussphase der Ausgleich. Doch unter dem Strich wäre mehr drin gewesen.

Videobeitrag
Sortirianos zu Abriss

Video

zum Video Lilien-Fan: "Das ist Darmstadt"

Ende des Videobeitrags

Wesentlich mehr Ballbesitz, eine deutlich bessere Passquote und fast dreimal so viele Torschüsse wie Ingolstadt, dazu rund eine halbe Stunde in Überzahl – doch am Ende langte es gerade noch für ein 1:1. Und das auch nur, weil Schiedsrichter Alexander Sather den Sturz von Fabian Holland als Foul wertete und Tobias Kempe am Elfmeterpunkt einmal mehr die Nerven bewahrte. 

Abwärtstrend gestoppt

"Wir haben einen sehr schlechten Start erwischt, sind dann aber zurückgekommen und hatten auch ein bisschen Pech", sagte Stark, der den verletzten Slobodan Medojevic im defensiven Mittelfeld ordentlich vertreten hatte.

Die Fans von Darmstadt 98 erleuchten die Gegentribüne
Die Lilien-Fans hatten sich nach dem Spiel gegen Ingolstadt von der Gegengeraden verabschiedet. Bild © Imago

Der Abwärtstrend mit drei Niederlagen in Folge wurde nun erst einmal gestoppt. "Auch wenn wir gerne den Dreier hierbehalten hätten, den Punkt nehmen wir gerne mit", sagte Stark. Zumal die Lilien den Ausfall der kompletten Mittelachse verkraften mussten. Neben Medojevic fehlten die beiden Innenverteidiger Marcel Franke (Wadenverletzung) und Kapitän Aytac Sulu (Gelbsperre).

Aue im Blick

Mit 18 Punkten reist die Mannschaft nun am kommenden Samstag zum letzten Spiel der Hinrunde nach Aue - wie vor einem Jahr. Damals verloren die Hessen nach schwacher Leistung 0:1, und Trainer Torsten Frings musste anschließend gehen. Von einer Trainerdiskussion ist man in Darmstadt derzeit noch weit entfernt, auch weil das Team einen komfortablen Abstand zum Relegationsplatz hat. Am Sonntag stand deshalb erst einmal Regeneration auf dem Programm – die Vorbereitung auf die Partie in Aue beginnt dann in der neuen Woche.