Wittek im Training

In der Corona-Krise ist auch im Profifußball Solidarität gefragt. Lilien-Profi Mathias Wittek appelliert deshalb an seine Kollegen und fordert persönliche Einschnitte, um der Allgemeinheit zu helfen.

Auch ohne Corona-Krise ist für Mathias Wittek an aktiven Fußball derzeit nicht zu denken: Der Innenverteidiger von Darmstadt 98 riss sich im November Kreuz- und Außenband und fällt voraussichtlich zehn bis zwölf Monate aus. Obwohl das öffentliche Leben stark eingeschränkt ist, hat er persönlich Glück, kann weiter seine Reha absolvieren und macht dabei gute Fortschritte.

Ungeachtet der Tatsache, dass er nicht mehr selbst eingreifen kann, wünscht sich Wittek, dass die laufende Saison zu Ende gespielt wird. "Es ist doch sportlich noch nichts entschieden. Es wäre unbefriedigend, wenn das offenbliebe", sagte Wittek, der Anfang 2019 vom 1. FC Heidenheim nach Darmstadt kam.

Kompromisse für das Große und Ganze

"Notfalls sollte es Geisterspiele geben, auch wenn Fußball ohne Fans natürlich doof ist", sagte Wittek. "Aber wir müssen alle Kompromisse eingehen und Abstriche machen, damit das Große und Ganze möglichst bald wieder funktioniert."

Diese Kompromisse umfassen aus seiner Sicht auch Einschnitte beim Gehalt: "Ich denke, dass ein Gehaltsverzicht überall ein Thema wird", sagte er. "Es sollen ja möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Da bleibt es nicht aus, dass auch die Profis Opfer bringen müssen." Das hatte auch Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch bereits in Erwägung gezogen.

Gesundheit als größter Wunsch

Am Montag wird Wittek 31 Jahre alt. Nach einem großen Fest zum runden Geburtstag vergangenes Jahr gibt es diesmal eine Feier mit seiner Frau und den drei Kindern zwischen vier Monaten und vier Jahren. "Ich bin nicht traurig, wenn es diesmal etwas ruhiger ist", meinte er. 

Große Wünsche habe er nicht - außer Gesundheit für seine Familie und sich. "Und ich hoffe, dass wir das, was wir derzeit erleben, als Gesellschaft gut in den Griff bekommen und dass das alles ein positives Ende nimmt."