Dirk Schuster
Dirk Schuster lässt sich von der Krisenstimmung beim kommenden Gegner der Lilien nicht blenden. Bild © Imago Images

Krise? Mit diesem Wort kann Dirk Schuster nicht viel anfangen. Dennoch steht der Zweitliga-Trainer mit dem SV Darmstadt 98 unter Druck. Zuletzt setzte es für die Lilien drei Niederlagen in Folge. Und jetzt kommt auch noch der HSV.

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Diese Zweitliga-Woche war aus Darmstädter Sicht eine zum Vergessen: Niederlage in Dresden (1:4), Niederlage gegen Bielefeld (1:2), Niederlage in Kiel (2:4). Entsprechend kurz fiel die Analyse von Trainer Dirk Schuster aus. "Englische Woche, kein Punkt, das fühlt sich nicht gut an", bilanzierte der 50-Jährige trocken im hr-heimspiel!. Seine Mannschaft, schränkte Schuster kurz darauf ein, habe aber "nicht nur Mist gespielt". Immerhin.

Seit nunmehr vier Partien sind die Südhessen sieglos. Vor allem die Antwort auf die Frage nach "Wie" war zuletzt gar nicht nach dem Geschmack des Cheftrainers. In Kiel warfen die Lilien die kontrollierte Offensive über Bord und ließen sich auf einen wilden Schlagabtausch ein. "Wir sind ein bisschen ungewollt auf das Spiel der Kieler eingegangen", sagte Schuster. Nach dem Spiel hatte er seinem Team vorgeworfen, die "Liebe am Verteidigen" verloren zu haben. In Darmstadt, wo das Verteidigen als die höchste Tugend gilt, ein harter Vorwurf.

Schuster schärft die Sinne

In der Tabelle rutschten die Lilien auf den 13. Rang ab. Für Untergangsstimmung sei deswegen aber noch lang kein Anlass, betonte der Coach. Er erinnerte an den schweren Abstiegskampf im abgelaufenen Zweitliga-Jahr und daran, wie sein Team den Klassenerhalt am Ende eben doch geschafft hatte – nach elf Spielen ohne Niederlage. Auf so viel Spannung würden die Darmstädter in dieser Saison allerdings gern verzichten.

Das Rezept zur Rückkehr in die Erfolgsspur: "Wir müssen diese Gier wieder entwickeln, dem Gegner das Leben schwer zu machen", so Schuster. Außerdem müsse die Mannschaft die kleinen Fehler abstellen, die zuletzt so großen Schaden angerichtet hatten. "Diese Dinge haben etwas mit maximaler Konzentration und mit Verantwortungsbewusstsein zu tun."

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Favoritenrolle gebührt an den HSV

Um wieder in die Spur zu kommen, hatte Schuster seiner Elf bereits den freien Sonntag gestrichen. Neben einem Ausdauerlauf stand das Video-Studium der Niederlage in Kiel auf dem Programm. Jene Fans, die angesichts der Niederlagen-Serie ins Grübeln gekommen sind, beruhigte der Cheftrainer vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV: "Wir werden sehr gut vorbereitet sein und dem HSV, der als großer Favorit ins Spiel geht, einen großen Kampf liefern können."

Mit den Hamburgern kommt am Freitag (18.30 Uhr) ein – ebenfalls angeschlagenes – Schwergewicht ans Böllenfalltor. Der HSV hat sich im Gegensatz zu den Lilien den Aufstieg als Pflichtaufgabe gesetzt. Nach einer 0:5-Klatsche gegen Regensburg und zwei weiteren Nullnummern ist beim einstigen Bundesliga-Dino trotz Tabellenplatz vier aber gefühlt schon wieder Endzeit-Stimmung angesagt. Der Stuhl von Trainer Christian Titz wackelt bereits.

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Von den obligatorischen Katastrophenwarnmeldungen aus dem hohen Norden der Republik will sich Schuster aber nicht blenden lassen. Mit Blick auf das 0:5 gegen den Jahn sagte er: "Der HSV hat einen gebrauchten Tag erwischt und die Regensburger einen tollen. Ich denke, dass der HSV die Regensburger vielleicht auch ein klein wenig unterschätzt hat." Schuster ist sich sicher: "In dieser Form wird es den HSV nicht mehr geben."