Nach der Auftaktniederlage in Sandhausen wird die Abwehr des SV Darmstadt 98 umgestellt, an Neuzugang Lars Lukas Mai führt allerdings wohl erst einmal kein Weg vorbei. Das bekam am Mittwoch auch Felix Platte zu spüren.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lars Lukas Mai: "Bald mal einen einschweißen"

Lars Lukas Mai, Darmstadt 98
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In Sichtweite der Baustelle Böllenfalltor läuft am Mittwochvormittag das Trainingsspiel der Darmstädter Zweitliga-Profis. Als der erfahrene Lilien-Stürmer Felix Platte mit dem Ball auf einmal vor Lars Lukas Mai auftaucht, räumt ihn der erst 20 Jahre alte Verteidiger kurzerhand ab. Platte wälzt sich vor Schmerzen am Boden, das Trainerteam hält wegen der Verletzungsanfälligkeit von Platte den Atem an, Mai steht schuldbewusst daneben.

Mai, den wegen der Sperrigkeit seines Vornamens alle nur "Lasse" nennen, erlaubt sich etwas bei seinem neuen Club. Im Sommer wechselte er von Drittliga-Meister Bayern München II nach Darmstadt. Die zweite Liga könnte für Mai - mittelfristig - zu einer neuen Heimat werden.

Mai: "Dieser richtige Männerfußball ist das, was mir liegt"

"Gleich im ersten Spiel habe ich gemerkt, dass es in der zweiten Liga viel robuster zugeht, es wird viel mehr gekämpft als in der dritten Liga", sagt Mai. Doch wenn man sich den bullig wirkenden Verteidiger so anschaut, kommt ihm genau das entgegen. "Dieser richtige Männerfußball ist das, was mir liegt", liefert Mai gleich die Bestätigung nach.

Was Mai noch fehlt, ist die Erfahrung. Genau deshalb haben die Bayern ihn nach Darmstadt verliehen. Irgendwann soll Mai dann beim Rekordmeister in der Bundesliga-Mannschaft spielen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Sein erstes Zweitliga-Spiel mit den Lilien verlor Mai am vergangenen Wochenende mit 2:3 in Sandhausen.

Darmstadt 98 am Samstag gegen Regensburg

Am kommenden Samstag, in seinem ersten Heimspiel gegen Jahn Regensburg (13 Uhr), soll es für Mai und seine Mannschaftskollegen besser laufen. Die Chancen, dass Mai wieder in der Anfangself steht, sind gut. Während sein Innenverteidiger-Kollege Patric Pfeiffer in Sandhausen mit einem Fehler das vorentscheidende 1:3 einleitete, zeigte Mai ein ordentliches Spiel.

Der 20-Jährige strahlte Ruhe aus und wirkte, trotz seines jungen Alters, äußerst abgeklärt. Die gute Spieleröffnung hat er bei den Bayern gelernt. Das könnte sich auszahlen. Während Pfeiffer die Bank droht, könnten Mai und Nicolai Rapp gegen Regensburg die Innenverteidigung bilden.

Auf den Spuren von Martin Hinteregger

Und vielleicht gelingt Mai dann schon sein erstes Zweitliga-Tor, beim Auftakt in Sandhausen war es fast so weit. Nur ein starker gegnerischer Torwart und der Pfosten verhinderten seinen Treffer per Kopf. Die offensive Kopfballstärke kommt nicht von ungefähr.

"Ich will auch Tore schießen und hab' das nach dem Training schon öfter geübt. Ich schnappe mir manchmal den Braydon Manu, der flankt dann, und ich übe das Timing beim Tor-Kopfball, damit ich bald auch mal einen einschweiße." Genau wie der Bundesliga-Innenverteidiger Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt, der in der vergangenen Saison mit acht Toren zeigte, wie es geht.

Lust auf die Lilien-Fans

Nun fierbert Mai erst einmal seinem ersten Heimspiel vor Darmstädter Fans entgegen. Gegen Regensburg sind im Stadion am Böllenfalltor handgezählte 1.741 Anhänger zugelassen. "Wir freuen uns über jeden einzelnen, der kommt, das wird noch mal einen Schub geben. Ich freue mich riesig drauf." Man werde alles dafür tun, um für die Fans die drei Punkte zu holen. Die von Mai so geliebten Fußball-Tugenden sollen das möglich machen: eine robuste, kämpferische Mannschaft, die dagegenhält, um das eigene Spiel durchzudrücken.

Auch Stürmer Felix Platte wird dafür zur Verfügung stehen. Auch wenn Platte, nach dem Trainingsfoul von Mai noch eine ganze Weile lang rumhumpelte, lief am Ende alles glimpflich ab. Auch Mai war erleichtert. Am Samstag wird der 20-Jährige seine Wucht wieder dem Gegner entgegenwerfen. "Wir werden Vollgas geben", verspricht er.