Der Lilien-Fanblock beim Spiel auf St. Pauli
Im Lilienblock ist kein Platz für AfD-Anhänger. Bild © picture-alliance/dpa

Der SV Darmstadt 98 hat sich klar gegen Ausgrenzung und Fremdenhass positioniert. Nachdem der lokale AfD-Kreisverband Fotos aus der Lilien-Kurve veröffentlicht hatte, rieten die Lilien den Urhebern, ihre Mitgliedschaft besser noch einmal zu überdenken.

"Der Verein tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen und anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entschieden entgegen." So steht es in der Vereinssatzung des SV Darmstadt 98 geschrieben. Und daran halten sich die Lilien auch.

Nicht vereinbar mit den Lilien-Werten

Der ganze Kommentar der Lilien bei Facebook.
Die Lilien haben sich deutlich von AfD-Positionen distanziert. Bild © hessenschau.de

Am Freitag postete der AfD-Kreisverband Darmstadt auf Facebook Fotos vom Millerntor auf St. Pauli. Die Partei war offensichtlich im Gästeblock vertreten, um die Lilien zu unterstützen. Darauf legen die Südhessen aber offensichtlich überhaupt keinen Wert. Unter zahlreichen negativen Kommentaren von Pauli- und SV98-Fans findet sich auch eine offizielle Stellungnahme des Zweitligisten. "Nur zur Erinnerung/Auffrischung: Wir stehen dafür ein, als verbindendes Element zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Kulturen und Religionen sowie Menschen mit und ohne Behinderung zu wirken, dies ist auch klar in unserer Vereinssatzung verankert", heißt es dort.

Die Positionen der AfD ließen sich nicht mit den Werten des Clubs vereinbaren. Deshalb sollten die Urheber der Posts ihre Anhängerschaft dringend überdenken. "Wir wollen Menschen mit solchem Gedankengut nicht in unseren Fanblöcken haben!", stellten die Darmstädter unmissverständlich klar.

"Keinen Platz für die braune Brut"

Der SV Darmstadt 98 ist der zweite hessische Profi-Club, der sich klar und offensiv von den Positionen der AfD distanziert hat. Im Dezember vergangenen Jahres hatte Eintracht-Präsident Peter Fischer in einem FAZ-Interview erklärt, er wolle keine AfD-Anhänger im Verein haben. Seine Aussagen zogen einen längeren Streit mit dem hessischen Landesverband der Partei nach sich.

Fischer ließ sich von seiner klaren Haltung aber nicht abbringen. Auch er verwies auf die Vereinssatzung, die nicht mit den Positionen der AfD vereinbar sei. "Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben“, sagte er damals dem hr-sport.

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