Darmstadt 98 und der SV Wehen Wiesbaden stehen im Tabellenkeller der zweiten Liga. Die Vereinslegenden Marco Sailer und Alf Mintzel zeigen im hr-heimspiel! aber, wie man solche Situationen löst: mit Gelassenheit.

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zum Video Mintzel und Sailer sprechen über den Klassenerhalt

Sailer und Mintzel im heimspiel!
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Der Bart ist gestutzt, die Haare ein wenig lichter – aber die Lässigkeit ist auch nach der Karriere die gleiche geblieben. Bei Bier und bester Laune trafen sich die beiden SV-Darmstadt-98- beziehungsweise SVWW-Legenden Marco Sailer und Alf Mintzel im hr-heimspiel! und ließen sich auch nicht von der aktuellen Tabellensituation ihrer Vereine die Laune verderben.

Dabei hätten Mintzel und Sailer, die ihren Ex-Vereinen noch immer verbunden sind, nach neun Spieltagen in der Zweiten Liga durchaus Grund zur Sorge. Der SVWW befindet sich nach zwei Siegen in Serie zwar im Aufwind, steht mit sieben Punkten aber nach wie vor auf dem letzten Tabellenplatz. Und die Lilien, vor der Saison gar als Geheimtipp um die Aufstiegsplätze gehandelt, liegen nach sieben sieglosen Spielen nur ein Pünktchen davor.

"Wir sind vom Klassenerhalt überzeugt"

Doch kein Grund zur Panik. Eine Devise, die sich beide in ihren langen Spielerkarrieren, in denen es nicht selten ebenfalls um den Klassenerhalt ging, angeeignet haben. "Wir sind vom Klassenerhalt überzeugt", so Mintzel. "Wir hatten eine schwere Phase, da haben wir uns rausgekämpft. Jetzt gilt es, Punkte zu sammeln und am Ende über dem Strich zu stehen." Ganz einfach, also. Vor allem der überraschende Sieg beim VfB Stuttgart dürfte den Hessen Aufwind gegeben haben. Und sowieso: Wenn es einer wissen muss, dann Klassenerhalts-Held Mintzel, der den SVWW 2016 mit seinem entscheidenden Tor in der Dritten Liga hielt.

Ähnlich sieht es Sailer. "Wir haben uns früher mit ein, zwei Punkten in die Saison geschlichen und es hat niemand etwas von uns erwartet." Eine komfortable Situation, aus der heraus man angreifen kann. Auch hier die Devise: Nur die Ruhe. Auch wenn Sailer weiß, dass die aktuelle Situation mit dem Lilien-Märchen von vor ein paar Jahren nicht vergleichbar ist. "Es ist eine gefährliche Situation. Man versucht, einen Umbruch einzuleiten, hat viele junge Spieler geholt. Nach dem guten Start köchelten die Erwartungen. Dann kam ein kleiner Einbruch, der sich bis jetzt fortsetzt."

"... dann hatte ich zweieinhalb Jahre keine Sorgen mehr."

Die Erfahrungswerte, auf die Mintzel und Sailer zurückgreifen können, müssen sich die jungen Lilien- beziehungsweise SVWW-Team erst noch erarbeiten. Das Wichtigste dabei: "Zusammenhalt", so Sailer. "Ruhig arbeiten", so Mintzel. Dann werde man auch belohnt. Auch das weiß Sailer aus eigener Erfahrung. In jener Saison, in der er sich mit den Lilien "in die Saison geschlichen" habe, ging es steil bergauf, zwei Aufstiege nacheinander waren die Folge.

"Am fünften Spieltag ging es los und dann hatte ich zweieinhalb Jahre keine Sorgen mehr." Zum Bundesligaaufstieg, so wie damals in Darmstadt, wird es für beide Teams nicht mehr reichen. Aber immerhin, auch da sind sich die Routiniers einig, sind Klassenerhalts-Partys fast so schön wie Aufstiegspartys. Und wenn das jemand wissen muss, dann Sailer und Mintzel.