Spieler von Darmstadt 98 mit einem Banner "Wir vermissen Euch"

Auswärtsfahren ist schön – und soll ab der neuen Fußball-Saison wieder möglich sein. Nach aktuellem Planungsstand dürften sich vor allem Fans des SV Darmstadt 98 schon auf den zweiten Spieltag freuen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bundesliga plant Rückkehr der Gästefans: Tickets ab drittem Spieltag

Ein Ball und das Logo der Deutschen Fußball Liga (DFL) (imago/MIS)
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Wenn der SV Darmstadt 98 am 30. Juli (Freitag, 18.30 Uhr) sein erstes Auswärtsspiel der neuen Zweitliga-Saison bestreitet, könnte er dabei erstmals seit Frühjahr 2020 ganz offiziell von eigenen Fans begleitet werden. Wie der Karlsruher SC am Mittwoch mitteilte, plant der Club zum ersten Heimspiel mit 500 Lilien-Fans im Stadion. Insgesamt sollen bis zu 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauer dabei sein können.

"Geisterspiele sind in dieser Spielzeit zum Glück Geschichte", hieß es in der Mitteilung, die der KSC kurz nach einem Beschluss der Deutschen Fußball Liga (DFL) veröffentlichte. Demnach hatten sich die 36 Proficlus der 1. und 2. Bundesliga während einer Mitgliederversammlung in Frankfurt darauf verständigt, ab dem dritten Spieltag der kommenden Saison mit der Rückkehr von Gästefans in die Stadien planen zu können.

Clubs sollen frühzeitig Erfahrungen sammeln

"Solange die Zuschauerkapazitäten noch gesetzlichen Beschränkungen unterliegen, sollen fünf Prozent der Tickets pro Spiel Gästefans vorbehalten werden. Bei einem kompletten Wegfall der Beschränkungen wird automatisch zum eigentlich vorgesehenen Kontingent von zehn Prozent zurückgekehrt", kündigte die DFL am Mittwoch an.

Dass bereits an den ersten zwei Spieltagen Fans ihren Mannschaften quer durch die Fußballrepublik hinterherfahren könnten, soll eine Art Zusatzvereinbarung möglich machen: Beim jeweils ersten Heimspiel der Saison gilt die verabredete Regelung noch nicht, um dem jeweiligen Verein das Sammeln von "Erfahrungswerten bei der Rückkehr von Fans in die Stadien zu ermöglichen".

Karlsruhe bereit für 500 Lilien-Fans

Grundsätzlich liege es demnach in der Zuständigkeit der Clubs, zur Ausrichtung von Spielen als Großveranstaltungen mit Zuschauerinnen und Zuschauern "standortindividuelle Schutz- und Hygienekonzepte zu entwickeln", so die DFL. Diese Konzepte der Clubs werden mit den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort abgestimmt und von diesen genehmigt.

Anders ausgedrückt: Geben die lokalen Behörden ihr Einverständnis, ist es den Clubs auf freiwilliger Basis schon vorher möglich, Anhänger der gegnerischen Vereine im Stadion zu empfangen. "Und genau das möchte der KSC den Fans des SV Darmstadt anbieten", teilten die Karlsruher mit.

"Der nächste Schritt in Richtung Normalität"

"Wir können es kaum erwarten, dass mit der Rückkehr von Fans und Gästefans in die Stadien bald hoffentlich der nächste Schritt in Richtung Normalität gegangen wird", sagte KSC-Geschäftsführer Michael Becker. "Die Zulassung von Gästefans lag uns sehr am Herzen, denn auch diese sind ein wichtiger Teil der Fankultur."

Ähnlich äußerte sich zuletzt auch SV98-Präsident Rüdiger Fritsch. Die Südhessen hatten sich schon vor der DFL-Versammlung für die Rückkehr von Gästefans ausgesprochen.

Auslastung vorerst bei maximal 50 Prozent

Die Politik hatte unlängst grünes Licht für die Stadion-Rückkehr von Zuschauern in der Spielzeit 2021/22 gegeben. Vorerst darf es eine Auslastung der Kapazität von 50 Prozent geben, wobei die Höchstzahl auf 25.000 begrenzt ist. In Bayern dürfen maximal 20.000 Fans die Spiele verfolgen.