Carsten Wehlmann
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Zwei Spiele, vier Punkte – der Saisonstart der Lilien macht Lust auf mehr. Carsten Wehlmann, der Sportliche Leiter der Darmstädter, kennt das Geheimnis des Erfolgs.

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Wehlmann im Interview

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Es gibt Unentschieden, die fühlen sich an wie krachende Niederlagen. Etwa das 1:1 des SV Darmstadt 98 zum Saisonauftakt beim Hamburger SV. Lange lagen die Lilien beim großen Aufstiegsfavoriten in Front, erst ein umstrittener Elfer sorgte in allerletzter Minute für die Punkteteilung. "Das ist sehr, sehr bitter", fasste ein konsternierter Lilien-Coach Dimitrios Grammozis nach dem Abpfiff in Hamburg treffend zusammen.

Eine Woche und ein überzeugendes 2:0 gegen Holstein Kiel später ist der Ärger verraucht, die Freude über einen gelungenen Saisonstart überwiegt bei den Lillien. Zwei starke Gegner, vier Punkte,  die um ein Haar sechs gewesen wären – für Carsten Wehlmann, den sportlichen Leiter des SV98 ist das Glas halbvoll: "Wenn man sich über einen Punkt in Hamburg ärgern muss, hat man einiges richtig gemacht", so Wehlmann im Gespräch mit dem hr-Sport.

"Die Grund-DNA von Darmstadt 98 wird immer erhalten bleiben"

Richtig gemacht haben die Lilien in jüngerer Vergangenheit sowieso einiges. Etwa an den richtigen Schrauben in der Kaderplanung gedreht, junge, aussichtsreiche Spieler verpflichtet und dabei das Gesicht der Mannschaft verändert, ohne deren Gefüge komplett zu zerschießen. Oder wie es Wehlmann ausdrückt: "Wir haben die Kaderstruktur verändert, aber die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, die Grund-DNA von Darmstadt 98 bleibt erhalten."

Mit dem Ergebnis, dass Altbekannte wie Marvin Mehlem an ihre starke Vorsaison anknüpfen und Neuzugänge wie Tim Skarke, der in Hamburg als auch gegen Kiel das wichtige 1:0 erzielte, in den Vordergrund spielen. "Wir haben paar jüngere Talente mit reingenommen, die hungrig sind", so Wehlmann. Auch bei den Neuzugängen sei wichtig gewesen, dass sie zur Lilien-DNA passen.

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Lilien-Neuzugang Tim Skarke

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"Wie die hinten gefightet haben, war echt Wahnsinn."

Die Räder scheinen beim SV98 schon früh ineinanderzugreifen, unter Grammozis legen die Lilien großen Wert auf das spielerische Element, ohne dabei die konsequente Defensive zu vergessen. Torschütze Skarke lobte nach dem 2:0 gegen Kiel seine defensiven Mitspieler: "Wie die hinten gefightet haben, war echt Wahnsinn." Das gleiche Kompliment hätte andersherum von einem Defensivspieler in Richtung Offensive kommen können: Skarkes Tor folgte auf einen Traumpass des erneut spielfreudigen Mehlem. Hinten konsequent, nach vorne mit Tempo und Spielwitz – gegen Kiel brachten die Lilien ihre DNA perfekt aufs Feld.

Für ein Zwischenfazit ist es derweil freilich noch zu früh, das weiß auch Wehlmann. "Wir haben vier Punkte, bei dieser Anzahl stehen wir momentan. Letztlich kann man aber erst nach acht bis zehn Spieltagen sagen, wo man wirklich steht." Zumal die Liga in dieser Saison extrem stark ist. "Gegen den HSV, einen der großen Vier in der zweiten Liga, haben wir einen Punkt geholt", so Wehlmann. "Wenn man das Ergebnis des HSV in Nürnberg sieht, ist der Punkt noch mal höher zu bewerten. Aber wir sind noch am Anfang der Saison." Immerhin: Dieser ist geglückt.