Darmstads Kempe im Gespräch mit dem Schiedsrichter
'Schiedsrichter, die Arme waren eng am Körper' - nach dem Spiel in Fürth gab es bei Darmstadt 98 viel Redebedarf. Bild © Imago

Ein umstrittener Elfmeter brachte Darmstadt 98 in Fürth auf die Verliererstraße. Dennoch müssen sich die Lilien auch an die eigene Nase fassen.

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Marcel Franke kniet im Mittelkreis.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Marcel Franke: "Das tut schon weh"

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Es hat in der Karriere des Marcel Franke wahrscheinlich schon schönere Ereignisse gegeben, als gleich zweimal in Folge unfreiwillig zum Mann des Spiels zu werden. Dementsprechend bedient war der Innenverteidiger nach dem bitteren wie unnötigen 1:2 des SV Darmstadt 98 bei Greuther Fürth. "Vielleicht lasse ich die Hand das nächste Mal in der Kabine", witzelte Franke mit einer gehörigen Portion Galgenhumor mit Blick auf die wohl spielentscheidende Szene.

In der Vorwoche hatte Franke noch das siegbringende 2:1 gegen Regensburg auf dem Kopf und vergab. Auch in Fürth avancierte er nun zum Pechvogel, als ihm in der 61. Minute der Fürther Sebastian Ernst den Ball an die Hand schoss – und Schiedsrichter René Rohde auf den Punkt zeigte. Zur Überraschung aller Anwesenden. "Ich hatte auch das Gefühl, dass mein Arm am Körper war, so versucht man ja hinzugehen, nicht komplett nach hinten, da kann ich mich kaum bewegen", sagte Franke.

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Patrick Hermann im Spiel gegen St. Pauli am Ball

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Patrick Hermann: "Das müssen wir uns ankreiden"

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Auch sein Trainer Dimitrios Grammozis schätzte die Szene ähnlich ein. "Natürlich geht der Ball gegen die Hand, aber das ist sehr unglücklich und mittlerweile sehr schwer für die Verteidiger, die die Hände hinter den Rücken oder in die Hosentaschen stecken müssten." Eine schmerzhafte Entscheidung des Schiris, mit weitreichenden Folgen für das Spiel. "Das tut weh, es hat das Spiel in die Richtung gelenkt", meinte Franke.

Womit er nicht Unrecht hatte, denn bis dahin war die Partie im Fürther Ronhof eher eine jener Begegnungen, die man getrost zur 60. Minute hätte abpfeifen können: Zwei Teams, die zwar kämpferisch und in puncto Einstellung überzeugten, sich spielerisch aber egalisierten. Herausgespielte Chancen gab es kaum, das Spiel fand größtenteils zwischen den Sechzehnern statt, ein Remis schien beschlossene Sache. Eben bis zu jenem verhängnisvollen Pfiff.

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Daniel Heuer Fernandes

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Daniel Heuer Fernandes: "Bin guter Dinge"

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Die Niederlage aber nur am unglücklichen Elfmeter festzumachen, wäre zu einfach. Das wissen auch die Lilien, die vor dem Rückstand spielerisch einfach zu wenig zu Stande brachten, es nach dem Rückstand verpassten, eine ihre zahlreichen Chancen zu nutzen. "Ich denke, dass wir das Spiel eher verloren haben anstatt dass Fürth es gewonnen hat", fasste Patrick Herrmann treffend zusammen. Auch Franke wusste: "Es war nicht nur der Schiedsrichter, der die Partie entschieden hat. Wir hatten Chancen, es hat aber nicht geklappt."

So bleibt die Gewissheit, einfach zu wenig für den endgültigen Befreiungsschlag im Abstiegskampf getan zu haben. Vor allem vor dem Handelfmeter. Den ein Spieler auf dem Platz übrigens ganz eigen einordnete: Fürths Fabian Reese. "Der Elfmeter war eine harte Entscheidung. Aber es war mehr Hand als der Elfmeter auf Schalke", sagte Reese mit Blick auf den ebenfalls umstrittenen Handelfmeter der Frankfurter Eintracht am Vortag in Gelsenkirchen. Reese, das muss man dazu wissen, kommt aus der Schalker Jugend und ist aktuell von den Knappen ausgeliehen.