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Serdar Dursun Bild © Imago Images

Die vierte Niederlage im fünften Spiel: Die Krise des SV Darmstadt 98 hat sich mit der Niederlage gegen den Hamburger SV verschärft. Offensivspieler Serdar Dursun ist dennoch optimistisch - und hat dafür gute Gründe.

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Serdar Dursun im Interview

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Serdar Dursun hatte einen langen Freitagabend. Denn nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV entspannte der Lilien-Angreifer nicht etwa bei einer Folge seiner Lieblingsserie auf der heimischen Couch, sondern schaute sich noch einmal jene 90 Minuten an, die er zuvor selbst auf dem Platz erlebt hatte. "Ich gucke immer, was ich falsch gemacht habe und was ich besser machen kann", verriet Dursun am Samstag. Nicht nur das eigene Spiel, auch das Auftreten der Mannschaft und die Aktionen des Gegners sind Teil seiner Analyse.

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Lilien im heimspiel!

Die Krise des SV Darmstadt 98 ist am Samstag ab 17.15 Uhr auch Thema im hr-heimspiel!.

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"Hamburg hatte mehr Ballbesitz, aber wir hatten die klar besseren Torchancen. Aber die Hamburger hatten mehr Spielglück und Effektivität." Bei den Lilien ist beides seit Wochen Mangelware. Das Team von Trainer Dirk Schuster holte aus den vergangenen fünf Spielen gerade einmal einen Punkt und ließ zwischenzeitlich all jene Tugenden vermissen, die die Darmstädter einst stark, bisweilen sogar unbezwingbar gemacht hatten. Coach Schuster hatte zuletzt sogar fehlende "Liebe am Verteidigen" angeprangert.

Moral ist noch da

Ein Vorwurf, den sich die Mannschaft gegen den HSV offenbar zu Herzen genommen hatte. Die Lilien-Defensive bemühte sich nach Kräften, kassierte durch Aaron Hunt (13.) und Lewis Holtby (45.) dennoch zwei Gegentore noch vor dem Pausenpfiff. Trotz spielerischer Defizite und demoralisierender Gegentreffer bewiesen die Darmstädter Moral. Dursun, aber auch Kapitän Aytac Sulu und Yannick Stark warfen sich in die Zweikämpfe und führen damit auch die Statistik an. "Hängen lassen wollte sich keiner", hatte Marcel Franke nach der Partie gesagt.

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Eben jenes Gefühl prägte die Stimmung am Böllenfalltor auch am Samstag. "Der eine oder andere ist geknickt. Das ist normal", sagte Dursun. "Man könnte meinen, dass nach vier Niederlagen die Moral nicht mehr stimmt, aber wir werden wieder aufstehen und die Länderspielpause nutzen, damit wir stärker zurückkommen", so Dursun. Zwei Wochen haben die Lilien dafür nun Zeit. Dann wartet mit Jahn Regensburg, die dem HSV zuletzt eine empfindliche 0:5-Niederlage zugefügt hatten, der nächste schwere Gegner.

"Dann sieht die Welt anders aus"

"Es wird ein schwieriges Spiel", so Dursun. "Aber wir haben eine gute Mannschaft, gute Jungs, einen guten Charakter, ein gutes Trainerteam – wir werden auf jeden Fall wieder zurückkommen." Denn schon mit nur einem Sieg, da ist sich der Offensivspieler sicher: "Es geht weiter, immer weiter. Wir dürfen jetzt nicht aufhören, Fußball zu spielen", sagte Dursun. "Und wenn wir wieder ein, zwei Spiele gewinnen, dann sieht die Welt wieder anders aus."