Links: Immanuel Höhn jubelt. Rechts: Immanuel Höhn verlässt geknickt das Feld.

Das nennt man Heldenreise: Gegen Sandhausen schoss Immanuel Höhn erst das Tor zum 1:0 für Darmstadt 98, drei Minuten später flog er vom Platz. Jetzt wartet Trainer Dimitrios Grammozis auf ein Essen als Wiedergutmachung.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Höhn: "War nicht meine cleverste Aktion"

Immanuel Höhn von Darmstadt 98
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Der Jubel nach dem Schlusspfiff beim Darmstädter 1:0-Sieg gegen den SV Sandhausen war ohrenbetäubend, die anschließende Ehrenrunde der Mannschaft ausgelassen. Mittendrin in der Jubel-Traube: der tragische Held Immanuel Höhn, der am Sonntag im Zeitraffer eine emotionale Achterbahnfahrt mitgemacht hatte. In der 59. Minute köpfte Höhn für seine Lilien den 1:0-Führungstreffer, der am Ende auch der Siegtreffer war. Nur drei Minuten später flog der 28-Jährige Abwehrspieler vom Platz.

Nach einem eher unnötigen Foulspiel an der Seitenlinie sah Höhn Gelb-Rot, die übriggebliebenen Mitspieler verteidigten die Führung wacker über die restlichen 30 Minuten Spielzeit. "Die gelb-rote Karte tat schon weh, das war nicht meine cleverste Aktion. Aber jetzt bin ich den Jungs echt extrem dankbar, dass sie die restliche Zeit so abgefightet haben, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben", freute sich Höhn im Interview mit dem hr-sport nach seiner blau-weißen Ehrenrunde. Doch ausgestanden ist die Sache noch nicht.

Grammozis wäre Höhn gerne "an die Gurgel gegangen"

Wie Höhn musste auch Lilien-Trainer Grammozis seine Gefühle nach dem Schlusspfiff erst einmal wieder in den Griff bekommen. "Am liebsten wäre ich ihm an die Gurgel gegangen nach der Roten Karte", gestand Grammozis dem hr-sport und musste gleich schon wieder lachen. Ende gut alles gut? Geht es nach Grammozis, hat die gelb-rote Karte für Höhn durchaus noch ein Nachspiel. Und damit ist nicht das regeltechnische Nachspiel mit der Sperre für das kommende Lilien-Spiel in Nürnberg gemeint.

Angedacht ist durchaus noch eine Strafe im Mannschaftskreis. "Ich freue mich einfach, dass wir diese Woche ein Essen sicher haben, das der Höhni bezahlt – und da wird er sich bestimmt auch nicht lumpen lassen", sagte Grammozis mit einem vielsagenden Grinsen. Stichwort: Interner Strafenkatalog. Höhn gab sich zur Schau nur bedingt einsichtig. "Das müssen wir noch mal ausdiskutieren. Aber da muss ich mir noch was einfallen lassen."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Grammozis: "Ich bin sehr stolz auf die Jungs"

Grammozis Imago
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Für die Mannschaft ist das Ganze also eine echte Win-Win-Situation: Sportlich ist sie in der Zweitliga-Rückrunde in fünf Spielen noch ohne Niederlage. Und kulinarisch wartet ein leckeres Mannschaftsessen, bezahlt vom tragischen Helden Immanuel Höhn.