SV Darmstadt 98 im Mannschaftskreis

Nach acht Spieltagen geht die Richtung des SV Darmstadt nach, ja, wohin denn? Das wissen sie noch nicht einmal bei den Lilien selbst. Klar ist aber auch: Die Ausgeglichenheit der Liga beinhaltet auch eine Chance.

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Audioseite Celic: "Der Start war sehr schwer"

Nemanja Celic im Trikot des SV Darmstadt 98
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Zahlen sagen manchmal etwas aus, manchmal nicht. Auch im Fußball. Acht Spiele, zehn Punkte, Rang zwölf. Das sind die nackten Zahlen des SV Darmstadt, nachdem fast ein Viertel der Saison gespielt ist. Und was kann daraus nun gelesen werden? Nun, eigentlich nichts. Diese Liga, diese Darmstädter Mannschaft, das ist alles nicht wirklich greifbar. Geht es nach oben? Geht es nach unten? Alles völlig offen - trotz acht Spielen. Die Lilien-Richtungsfrage dürfte sich erst in den nächsten Partien beantworten.

Dass diese 2. Bundesliga viel ausgeglichener ist, als zu Beginn erwartet, sieht auch der Darmstädter Neuzugang Nemanja Celic so. "Man merkt, dass immer eine Spannung drin ist. Es gibt kein Spiel, in dem du weniger machen kannst. Die Spiele sind oft sehr ausgeglichen", beschreibt es der 22-Jährige, der in der vergangenen Saison noch in Österreichs erster Liga spielte.

"Drei Punkte hat man nie sicher"

Die Lilien machen das eindrucksvoll vor. Hier eine Niederlage in Karlsruhe, da eine Glanzleistung gegen Ingolstadt. Mal ein erkämpfter Sieg gegen Dresden, dann wieder eine bittere Niederlage in Heidenheim. Wundertüte eben. "Auch, wenn man sich andere Spiele ansieht, ist es so. Es ist egal, ob Tabellenletzter oder Spitzengruppe: Drei Punkte hat man nie sicher", analyisert Celic treffend.

Das bedeutet freilich nicht, dass sie in Darmstadt mit dem Saisonstart unzufrieden wären. Ganz im Gegenteil. Nach dem schweren, von Corona gebeutelten Start sind die Lilien voll auf der Zweitliga-Höhe. "Ich finde, dass der Start sehr schwer war. Danach haben wir es echt richtig gut hinbekommen", resümiert Celic.

In der Ausgeglichenheit liegt eine Chance

Nur, wo die Richtung hingeht, das vermag auch der Lilien-Neuzugang, der langsam wieder zur alten Form findet, nicht zu sagen. Wie auch? Vier der fünf Mannschaften, die sich direkt vor den Südhessen befinden, heißen Fortuna Düsseldorf, Werder Bremen, Hamburger SV und Schalke 04. Die Lilien sind aber 12. und nicht 6. Verkehrte Zweitliga-Welt.

Genau darin liegt aber auch die Chance. Diese Liga ist so eng und ausgeglichen, dass sowohl nach unten als auch nach oben enorm viel drin ist. Ein paar gute Spiele am Stück, schon ist man oben dabei. Der aktuelle Überraschungs-Tabellenführer Jahn Regensburg beweist das gerade nachdrücklich.

Lilien genau dazwischen

Und genau zu diesem Spitenreiter haben die Lilien genauso viel Rückstand wie auf den Letzten Aue Vorsprung. Und zwar sieben Punkte. Manchmal, aber nur manchmal, sagen Zahlen im Fußball eben doch etwas aus. Auch wenn es im Fall der Lilien nur bedeutet: Alles ist möglich.