Seung-ho Paik in einer Jacke mit Lilien-Emblem

Der Wechsel von Lilien-Profi Seung-ho Paik in seine südkoreanische Heimat steht einem Bericht zufolge auf der Kippe. Grund dafür ist eine uralte Vereinbarung Paiks mit seinem Ausbildungsverein. In Darmstadt gibt man sich betont gelassen.

Eigentlich schien die Sache klar: Seung-ho Paik möchte bei den Olympischen Spielen in diesem Sommer teilnehmen. Weil der Südkoreaner beim SV Darmstadt 98 aber nicht regelmäßig zum Einsatz kommt, wollte er wechseln – in die K-League, zum südkoreanischen Meister Jeonbuk. Der bot kolportierte 750.000 Euro für den Mittelfeldspieler. Die Lilien waren einverstanden.

Rund eine Woche später ist der Wechsel noch immer nicht unter Dach und Fach. Einem Bericht der südkoreanischen Agentur Yonhap zufolge deshalb, weil es Ärger mit seinem Jugendverein gibt, den Suwon Bluewings.

Exklusivrecht liegt beim Ausbildungsverein

Kurz zusammengefasst geht die Geschichte so: Paik wechselte bereits 2011 in der B-Jugend nach Barcelona, wo er größtenteils ausgebildet wurde. Suwon unterstützte den Mittelfeldspieler finanziell und ließ sich vertraglich ein Exklusivrecht zusichern, sollte Paik wieder nach Korea zurückkehren. Dass Paik aber jetzt bei Jeonbuk einen Vertrag unterschreiben will, hört man bei Suwon natürlich überhaupt nicht gerne.

"Paik wird sich zuerst entschuldigen müssen", sagte ein ungenannter Suwon-Funktionär der Agentur Yonhap. "Erst danach können wir Gespräche über eine Verpflichtung führen." Eine Verpflichtung vonseiten Suwons, wohlgemerkt. Sollte Paik einen Vertrag bei Jeonbuk unterschreiben, müsste er nicht nur die finanzielle Hilfe zurückzahlen, die er damals in Barcelona erhalten habe, sondern auch eine Entschädigung obendrauf packen.

Lilien gehen weiter von Wechsel aus

Aus Jeonbuk war zu hören, dass man von der knapp zehn Jahre alten Vereinbarung zwischen Paik und seinem Ex-Club nichts gewusst habe. Auch Jeonbuk sei vom Spieler getäuscht worden. In Deutschland hatte transfermarkt.de zuerst über die Geschichte berichet.

In Darmstadt zeigte man sich auf Nachfrage des hr-sport von dem vermeintlichen Kuddelmuddel in Südkorea unbeeindruckt. Bei den Lilien geht man weiter davon aus, dass der Wechsel stattfindet, heißt es. Die Frage wäre dann nur: zu Jeonbuk oder doch zu Suwon?