Artur Sobiech hechtet nach dem Ball
Artur Sobiech und die Lilien befinden sich weiter im Sturzflug. Bild © Imago

Selbst Schlusslicht Kaiserslautern ist zu stark für Darmstadt 98: Die Lilien leisten sich in der Defensive zu viele Schnitzer und kassieren den nächsten Dämpfer. Der Abstieg rückt immer näher.

Der Absturz des SV Darmstadt 98 nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Die Lilien verloren am Mittwoch das Nachholspiel gegen Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern mit 1:2 (0:1) und verpassten damit den Sprung raus aus der Zweitliga-Abstiegszone. Nach der vierten Pleite in Folge und nur einem Sieg in den vergangen 17 Spielen beträgt der Abstand zum letzten Tabellenplatz nur noch einen Punkt, der Abstieg in die 3. Liga wird immer realistischer.

Bereits Ende Januar hatten sich beide Teams schon einmal in Darmstadt gegenübergestanden. Damals wurde die Partie jedoch zur Halbzeit abgebrochen, da Lauterns damaliger Trainer Jeff Strasser mit Herzproblemen ins Krankenhaus musste. Inzwischen hat Michael Frontzeck sein Amt übernommen.

Vorne schwach, hinten schwächer

Der neue FCK-Coach sah im Stadion am Böllenfalltor zunächst bessere Gastgeber. Die Lilien, bei denen Kapitän Aytac Sulu gesperrt fehlte, bestimmten die Anfangsphase und hatten in Person von Fabian Holland die Führung auf dem Fuß (3. Minute). Nach etwa einer Viertelstunde konnte sich der FCK aber etwas befreien und schlug prompt eiskalt zu. Brandon Borrello zog von der Strafraumgrenze ab und traf zum 1:0 für die Gäste (16.). Gegenwehr der Lilien-Abwehr? Fehlanzeige.

Ein Schock, von dem sich die Darmstädter jedoch erst einmal recht schnell erholten. Das Team von Trainer Dirk Schuster schüttelte sich einmal kräftig durch und drückte dann auf den Ausgleich. Der völlig freistehende Artur Sobiech (21.) scheiterte aber ebenso an Gäste-Keeper Marius Müller wie Yannick Stark mit einer Direktabnahme nach Eckball (30.).

Eine zweite Hälfte zum Vergessen

Zu Beginn der zweiten Hälfte die nächste schlechte Nachricht für die Lilien: Aushilfs-Spielführer und Abwehrchef Romain Bregerie musste verletzt raus, die ohnehin schon wacklige Defensive wurde noch einmal geschwächt. Und auch in der Offensive lief plötzlich gar nichts mehr zusammen: Nach rund einer Stunde brachte Coach Schuster mit Felix Platte zwar einen frischen Stürmer, die Akzente setzten aber die Pfälzer.

Nach einem Konter verlor die Darmstädter Hintermannschaft völlig die Orientierung und Phillipp Mwene aus den Augen. Der Österreicher bedankte sich und schob unbedrängt zum 2:0 ein (61.). Ein Treffer mit Knock-out-Effekt. Die Darmstädter präsentierten sich ab diesem Zeitpunkt endgültig wie ein Absteiger und konnten letztlich froh sein, dass die Pleite nicht noch deutlicher ausfiel. Mwene traf noch einmal die Latte (66.), FCK-Stürmer Osayamen Osawe verfehlte nach einem Spaziergang durch die Darmstädter Viererkette das Tor nur knapp. Der Anschlusstreffer durch Platte in der Nachspielzeit (90.+1) war nur noch Ergebniskosmetik.

Bereits am Sonntag (13.30 Uhr) haben die Lilien die Chance, ihre Fans zumindest teilweise zu versöhnen: Dann ist der 1. FC Heidenheim zu Gast in Südhessen.

Weitere Informationen

SV Darmstadt 98 - 1.FC Kaiserslautern 1:2 (0:1)

Darmstadt: Heuer Fernandes - Steinhöfer, Bregerie (46. Kamavuaka), Höhn, Holland - Stark (66. Atik), Medojevic - Kempe,  Jones - Ji- Sobiech (57. Platte)      
Lautern: Müller - Kessel, Carlsen-Bracker, Vucur, Guwara - Mwene, Seufert (90. Ziegler), Moritz, Borrello - Andersson (90. Müsel), Osawe (87. Altintop)                             

Tore: 0:1 Borrello (16.), 0:2 Osawe (61.), 1:2 Platte (90.+1)
Gelbe Karten: Kempe - Mwene
 
Schiedsrichter: Steinhaus (Langenhagen) 
Zuschauer: 17.400 (ausverkauft)  

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Sendung: hr1, 21.02.18, 21 Uhr