Hanno Behrens und Sandro Sirigu feiern den Aufstieg mit Darmstadt 98
Wahre Liebe gibt es nur unter Männern: Hanno Behrens (li.) und Sandro Sirigu sind gute Freunde geblieben. Bild © Imago

Der eine spielt bei Darmstadt 98, der andere inzwischen in Nürnberg: Freunde sind Sandro Sirigu und Hanno Behrens trotzdem geblieben. Dank Playstation und überschaubarem fußballerischen Talent.

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Sandro Sirigu und Hanno Behrens marschierten gemeinsam mit dem SV Darmstadt 98 von der 3. Liga in die Bundesliga. Dann trennten sich ihre Wege, aber nicht ihre Freundschaft. Im Doppel-Interview erklären beide, wie sie die Fern-Bromance aufrechterhalten, wieso Sirigus Freundin für die Playstation-Siege von Behrens mitverantwortlich ist – und wieso es ein Segen ist, dass beide nicht bei einem ganz großen Club spielen.

hr-sport: Hanno Behrens, Sandro Sirigu: Vor dem Duell Darmstadt gegen Nürnberg im Herbst haben Sie verraten, dass Ihre Freundschaft über die Vereinsgrenzen Bestand hat. Was macht Ihre Beziehung aus?

Behrens: Wir haben uns in Darmstadt einfach sehr gut verstanden und viel privat unternommen. Wieso sollte man das abbrechen lassen, wenn man nicht mehr in der gleichen Stadt wohnt? Wir verstehen uns einfach gut. Dabei sehen wir uns sehr selten. Wir haben als Fußballer schon Probleme, Freunde zu treffen, die nicht kicken und ständig am Wochenende weg sind. Aber wenn wir uns sehen, ist es immer sehr schön.

Hanno Behrens mit Sonnenbrille und dem Victory-Zeichen
Weiß, wie man feiert: Hanno Behrens. Bild © Imago

Sirigu: Wobei wir dank der sozialen Medien ständig in Kontakt sind. Ich sehe, was Hanno macht und kommentiere mal ein Bild. Und wir zocken beide gern. Deshalb sind wir oft online, sprechen miteinander und spielen zusammen. So laufen wir uns quasi mehrmals am Tag über den Weg.

hr-sport: Apropos Zocken – Hanno Behrens hat klargestellt, dass er besser ist als Sie…

Sirigu: Hanno hat ja keine Freundin. Der hat mehr Zeit, ich muss zu Hause auch mal aufräumen (lacht). Daher hat er ein bisschen Vorsprung.

Behrens: Da kann ich nichts gegen sagen: Eindeutig bin ich besser. Sandro hat schon Talent, aber weniger Zeit, weil er oftmals abkommandiert wird. Ich glaube, seine Freundin hat zu Hause schon ein wenig das Sagen.

hr-sport: Echte Freundschaften im Fußball gibt es nicht - so heißt es zumindest.  Es ist ein knallhartes Geschäft. Wie sehen Sie das?

Sirigu: Das stimmt teilweise schon. Vor allem bei den Vereinen, die zum Beispiel in der Champions League spielen. Aber ich habe in den vergangenen Jahren in Darmstadt viele Freunde gewonnen. Natürlich Hanno, aber vor kurzem hat mir etwa Toni Sailer ein Foto geschickt als sein Sohn geboren wurde. Ich habe immer noch Kontakt zu vielen Spielern.

Hanno Behrens vom 1. FC Nürnberg
Hanno Behrens trägt inzwischen das Club-Trikot. Bild © Imago

Behrens: Ich sehe das ähnlich. In Darmstadt und Nürnberg habe ich viele Freunde gefunden. Bei den großen Vereinen macht vielleicht eher jeder sein Ding. Aber das können wir beide nicht beurteilen.

Sirigu: Noch nicht. (lacht)

Behrens: Das kommt noch, ja. (beide lachen)

hr-sport: Was schätzen Sie aneinander?

Sirigu: Ich schätze Hannos Offenheit und seine Direktheit. Er ist ein lustiger Kerl, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Er spricht Dinge direkt an, das finde ich wertvoll. Es ist toll, dass er das so beibehalten hat.

Behrens: Sandro ist ein ehrlicher Mensch, sehr offen und lustig. Ich kann mit ihm über alles lachen. Wir haben einen ähnlichen Humor und ähnliche Interessen. Als wir noch gemeinsam in Darmstadt gespielt haben, haben wir auch Fußball-untypische Sachen gemacht. Wir haben im Herrengarten gegrillt, wie Studenten. Und Sandro ist eigentlich nie schlecht drauf...

Sirigu: Danke Hanno, das reicht!

hr-sport: Im Oktober haben Sie dann gegeneinander gespielt. Wie war das?

Sirigu: Es war natürlich blöd, dass wir verloren haben. Und Hanno im anderen Dress zu sehen, ist immer noch komisch. Ich schaue mir jedes Spiel von Hanno an und weiß, dass er bei Standards immer am ersten Pfosten lauert und gefährlich ist. Das habe ich auch den Mitspielern gesagt. Da darf er nicht hingehen.

Behrens: Sandro hat ja leider nicht so viel gespielt, da konnten wir uns gar nicht richtig anfeinden. (lacht).

hr-sport: Gibt es den Traum, noch einmal zusammen zu spielen?

Sirigu im Training
Sandro Sirigu ist schon jetzt ein Darmstädter Urgestein. Bild © Imago

Sirigu: Klar, hoffe ich das. Wir spielen in der gleichen Liga, natürlich tauscht man sich da mal aus – und fragt während der Transferperiode mal: Kannst du nicht wieder zurückkommen?

Behrens: Ich habe schon paar Mal versucht, Sandro nach Nürnberg zu lotsen und er mich nach Darmstadt. Aber das kann man nicht planen. Vielleicht treffen wir uns eines Tages in der Altherren-Mannschaft von Darmstadt, wenn es eine Neuauflage des Spiels gegen Bielefeld gibt. Aber wer weiß, ich würde mich freuen – und es kann immer schnell gehen im Fußball.

Das Gespräch führte Christian Adolph (hr-sport)