SV Darmstadt 98 Würzburger Kickers Jubel

Durch den Sieg in Würzburg ist der Klassenerhalt für den SV Darmstadt 98 so gut wie sicher. Die Planungen für die neue Saison können damit starten. Baustellen gibt es einige, Manager Carsten Wehlmann wird viel zu tun bekommen.

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Audioseite Darmstadt nach 3:1 in Würzburg so gut wie gerettet

Jubel bei den Lilien
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Ja, natürlich, rein rechnerisch ist es noch möglich, klar. Wer ganz genau rechnet, sieht immer noch die theoretische Chance, dass der SV Darmstadt 98 in dieser Zweitliga-Saison noch absteigen kann. Aber dennoch sind die Lilien nach dem wichtigen 3:1-Auswärtssieg bei den Würzburger Kickers am Dienstag eigentlich durch. Die Südhessen werden auch in der kommenden Saison im Fußball-Unterhaus spielen. Somit können intern auch die Planungen starten, mit welchem Kader die 98er dies tun. Und genau hier gibt es einige Baustellen.

Alleine wer sich die Start-Aufstellung der Lilien am Dienstag in Würzburg anschaut, entdeckt die weiterhin vorhandenen Fragezeichen bei den Darmstädtern. Angefangen in der Defensive, wo Lars Lukas Mai genau wie Nicolai Rapp bis zum Sommer nur ausgeliehen ist.

Bei Mai und Rapp heißt es abwarten

Die Lilien wollen beide gerne behalten, müssen sich aber daran orientieren, was die Vereine wollen. Bei Rapp ist das Union Berlin, dort besitzt der Verteidiger noch einen Vertrag bis zum Sommer 2022. Dass die Köpenicker auf Rapp setzen ist unwahrscheinlich. Hier heißt es aus südhessischer Sicht: abwarten. Ein Transfer im Sommer könnte möglich sein.

Bei Mai ist es ähnlich. Der Verteidiger, der von den Bayern ausgeliehen ist, soll auch in Zukunft Spielpraxis erhalten. In Darmstadt ist das der Fall. Hier hat Mai eine ordentliche erste Zweitliga-Saison gespielt. Vielleicht kommt ja eine weitere hinzu.

Wie es bei Abwehr-Chef Immanuel Höhn weiter geht, ist noch unklar. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Damit ist er nicht alleine, auch bei anderen läuft der Kontrakt zum Ende der Saison aus. Wie zu hören ist, haben sich die Lilien bereits intensiv damit auseinandergesetzt, wer einen neuen Vertrag erhalten soll und wer nicht. Die Planungen laufen hier bereits.

Kann Pálsson gehalten werden?

Im Mittelfeld ist Victor Pálsson unersetzlich. Der Isländer besitzt eigentlich noch einen Vertrag bis zum Sommer 2022, wird aber mit Bundesliga-Absteiger Schalke 04 in Verbindung gebracht. Dort trainiert aktuell sein Ex-Coach Dimitrios Grammozis, zu dem Pálsson ein ausnehmend gutes Verhältnis hat.

Dazu hatte der Defensiv-Allrounder nach hr-sport-Informationen bereits im vergangenen Sommer ein Angebot von Hannover 96, blieb jedoch damals in Darmstadt. Es könnte nun für die Lilien in der kommenden Transferperiode schwierig werden, Pálsson zu halten, wenn ein Club beim Isländer ernst macht und ihn mit einer interessanten Offerte lockt. In diesem Fall würden die 98er aber gutes Geld kassieren.

Dursun noch ohne Verein

Wären all das nicht sowieso schon genügend Baustellen, bleibt immer noch die größte: der Sturm. Serdar Dursun, dessen Kontrakt im Sommer ebenfalls endet, hat das Vertragsangebot der Lilien zum Ende des Jahres ausgeschlagen. Wohin es den Angreifer verschlägt, ist immer noch nicht klar, viele Clubs - auch hier sind wieder Schalke und Grammozis im Rennen - sind schon genannt worden. Dem Vernehmen nach hat sich Dursun aber noch nicht entschieden.

Genau dieser Umstand hält übrigens auch die Lilien im Rennen. Sollte der Stürmer signalisieren, dass er doch lieber bleiben möchte, würden die 98er alles in Bewegung setzen, um ihn zu behalten. Planen können sie in Südhessen damit freilich nicht.

Denn: Geht der 29-Jährige wie erwartet, brauchen die Lilien einen Ersatz - am besten mit dem Kaliber Dursun. Das ist nicht leicht und dürfte teuer werden für die Südhessen. Die 98er haben daher auch Stürmer im Blick, die sich zu einem solchen Angreifer entwickeln könnten. So oder so: Auf die Lilien und Manager Carsten Wehlmann wartet eine Menge Arbeit. Zum Glück herrscht jetzt zumindest Planungssicherheit.

Sendung: hr-iNFO, 20.04.2021, 21 Uhr