Spieler des SV Darmstadt 98 nach dem Spiel gegen Hannover 96

Das neue Jahr hat für den SV Darmstadt 98 mit zwei Enttäuschungen begonnen. Gegen Bochum und Hannover sollte der Anschluss an die Spitzenplätze hergestellt werden. Nun geht der Blick früh in eine andere Richtung.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Markus Anfang: "Wir müssen mal wieder damit leben"

Markus Anfang vom SV Darmstadt 98
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Eigentlich kamen die Gegner genau zum richtigen Zeitpunkt. Der Schwung aus dem Dezember war da, mit drei Siegen am Stück verabschiedete sich der SV Darmstadt 98 aus dem alten Jahr. Und dann kam Bochum, dann kam Hannover. Genau die Kragenweite, mit der sich die Lilien in dieser Saison messen wollte. Zwei Pleiten später ist die Ernüchterung in Südhessen groß. So bitter beide Niederlagen gewesen sein mögen, ist nun bereits Mitte Januar eines klar: Die intern relativ hoch gesteckten Ziele sind für die Lilien kaum noch zu erreichen.

Eigentlich, so der Plan der 98er vor der Saison, sollte mit dem neuen Trainer Markus Anfang wieder ein Platz unter den Top sechs her. Genau auf diesem Rang steht nun der letzte Gegner Hannover 96. Es war mitnichten so, dass die Lilien gegen die Niedersachsen oder gegen Bochum das schlechtere Team gewesen wären. Beide Spiele hätte auch anders ausgehen können. Die Saison-Richtung in der Tabelle ist damit aber erst einmal zementiert.

"Wir müssen damit leben"

"Wir müssen damit leider Gottes leben - schon wieder", erklärte Anfang nach der Niederlage gegen Hannover ernüchtert. "Wir haben wieder gegen eine Top-Mannschaft aus der zweiten Liga gespielt - und hätten nicht verlieren müssen", fügte er noch hinzu. "Hätten nicht verlieren müssen" - müsste man der bisherigen Lilien-Saison eine Überschrift geben, diese wäre nicht weit davon entfernt.

Die Spiele gegen Bochum und Hannover waren dafür Paradebeispiele. Beim VfL gingen die 98er spät durch einen mustergültigen Freistoß von Tobias Kempe in Führung - nur um dann wenige Sekunden später nach einer Ecke den Ausgleich und kurz darauf sogar den Rückstand zu kassieren.

Personaldecke ist zu dünn

Beide Situationen kann man besser verteidigen, keine Frage, aber - nach einer zuvor ansehnlichen Leistung - so zu verlieren, trifft jede Mannschaft. Besonders die unglückliche Niederlage in Bochum war dem Vernehmen nach schwer aus den Knochen zu schütteln.

Dazu kommt, dass den Lilien aktuell anzumerken ist, wie dünn die Personaldecke ist. Gegen Hannover musste Matthias Bader, der als gelernter Rechtsverteidiger für Kapitän Fabian Holland einsprang, zur Halbzeit ausgewechselt werden. Seine Position übernahm Seung-ho Paik, ein Offensivwirbler. Der ist mit der Position nicht vertraut, kennt die taktischen Abläufe nicht wie ein Bader oder Holland. Eine Alternative besaß Trainer Anfang jedoch nicht.

Gegen Hannover wieder individuelle Fehler

Die Darmstädter wollen und müssen daher noch in die Breite des Kaders investieren. Wenn es passt, so ist zu hören, auch schon im Winter. Kader und Ansprüche passen in Südhessen aktuell nicht wirklich zueinander. Aber es ist nicht nur die Quantität, die den Ausschlag gibt, es sind auch weiter die vielen individuellen Fehler.

Gegen Hannover, als eines von mehreren Beispielen, war das Spiel von beiden Mannschaften zwar alles andere als schön, aber auch hier waren es die Lilien selbst, die sich auf die Verliererstraße brachten. Ein unnötiges Foul vor der Pause brachte den Freistoß zum 0:1, ein folgenschwerer Fehler in der Defensive kurz nach der Pause das 0:2. Dass sich die 98er danach spielerisch befreiten, eine starke zweite Halbzeit ablieferten, aber ohne Punkte den Tag beendeten, passt ins Bild.

Gegen Heidenheim soll der Sieg her

Nun, Mitte Januar, ist der Blick auf die Tabelle durch die beiden Partien ein grauer. Mit fünf Punkten Vorsprung ist der Abstiegs-Relegations-Platz für die Südhessen deutlich näher als der elf Zähler entfernte Aufstiegs-Relegations-Rang, auf dem sich aktuell der nächste Pokal-Gegner Holstein Kiel befindet.

Als nächstes wartet auf die Lilien wieder ein Gegner der Kategorie Hannover und Bochum - der FC Heidenheim. Gelingt beim dortigen Auswärtsspiel am Sonntag (13.30 Uhr) nicht der erhoffte Dreier, dürfte der Blick der Lilien endgültig nach unten und nicht nach oben gehen.