Die Gegengerade von Darmstadt 98
Die Darmstädter Gegengerade bekommt noch ein paar Spiele. Bild © Imago

Todgeweihte leben länger: Die altehrwürdige Gegentribüne im Stadion am Böllenfalltor bleibt wohl doch noch für ein paar Spiele stehen. An anderer Stelle rollen die Baggern aber bereits.

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"Ob Regen, Schnee oder Sonnenschein. So wie du muss Fußball sein!" Mit diesen Worten verabschiedeten die Fans von Darmstadt 98 am Sonntag ihre altehrwürdige Gegengerade und huldigten dem wohl schönsten Teil des Böllenfalltor-Stadions mit einer großen Choreographie. Der 1:0-Sieg gegen Erzgebirge Aue war im Vorfeld zum Abschiedsspiel für die in die Jahre gekommene Tribüne auserkoren worden, wenige Tage später könnte die Liebesbeziehung zwischen den Lilien-Anhängern und ihren unüberdachten Heimspiel-Heimat aber weitergehen.

Aschiedstournee für Gegengerade

Denn wie die Lilien am Mittwoch offiziell mitteilten, verzögert sich der Umbau wohl um einige Monate. "Der Abriss der Gegengerade kann voraussichtlich erst im Herbst dieses Jahres starten", hieß es. Mit anderen Worten: Die Stehplatz-Tribüne bekommt in der kommenden Saison noch einmal eine Abschiedstournee. Zumindest bei den ersten Spielen wird das Stadion genauso aussehen wie jetzt.

Grund für die Verspätung ist die Verlängerung der europaweiten Ausschreibung. Noch haben die Lilien den richtigen Partner für die notwendigen Bauarbeiten offenbar nicht gefunden. "Der SV 98 steht seit Jahren für wirtschaftliche Solidität und Vernunft. Dies muss auch immer das oberste Credo für den Stadionumbau sein", begründete Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch. "Aus diesem Grund haben wir uns bewusst dazu entschieden, uns die nötige Zeit zu nehmen, um ein wirtschaftlich gutes und finanziell tragbares Ergebnis zu erzielen."

Bau des Funktionsgebäudes beginnt

Während sich die Stadionerneuerung also noch etwas hinzieht, wird sich zumindest im Umfeld schon bald etwas ändern. Bereits in der kommenden Woche starten die Rohbauarbeiten für das dreigeschossige Funktionsgebäude, in dem ab Sommer 2019 moderne Räumlichkeiten für die Profimannschaft zugänglich sein sollen.