Markus Anfang SV Darmstadt 98

Der SV Darmstadt 98 befindet sich so langsam aber sicher tief im Abstiegskampf. Ihre Saisonziele werden die Lilien krachend verfehlen, das steht jetzt schon fest. Coach Markus Anfang sitzt aber noch fest im Sattel. Warum?

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Rüdiger Fritsch, Präsident des SV Darmstadt 98
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Rüdiger Fritsch kann ein Mann klarer Worte sein. Wenn also der Präsident des SV Darmstadt 98 sich zur aktuellen Misere des abstiegsbedrohten Zweitligisten äußert, steckt hinter diesen Worten reichlich Inhalt. "Es ist so, dass die Spieler auf dem Platz stehen. Wir müssen dort ansetzen und die Spieler müssen sich hinterfragen und ihre Leistung bringen", erklärte Fritsch am Montag bei der Grundsteinlegung der neuen Hauptribüne und schob mit deutlichen Worten hinterher: "Dass der Chef dafür in Frage gestellt wird, kann ich nicht nachvollziehen."

Der Chef ist in diesem Fall Markus Anfang, Trainer der Lilien. Man kann, wenn man möchte, und falsch liegt man damit nicht, diese Aussage als eine Art Job-Garantie für den erst im Sommer installierten Übungsleiter der Südhessen lesen. Und das, obwohl die 98er sieben der vergangenen zehn Spiele verloren haben und nur noch vier Punkte vor einem direkten Abstiegsrang platziert sind.

Auch Wehlmann nimmt Spieler in die Pflicht

Die Lilien, das steht jetzt schon fest, werden ihre intern gesteckten Saisonziele krachend verfehlen - eigentlich sollte ein Platz unter den Top sechs her. Das alles sind eigentlich genügend Zutaten für eine heiße Trainer-Diskussion in Südhessen. Neben dem Präsidenten nahm aber auch Manager Carsten Wehlmann nach der Niederlage gegen Karlsruhe seine Spieler in die Pflicht, nahm dabei den Coach nicht aus, zählte ihn aber auch nicht an. Was steckt hinter dieser Job-Garantie?

Es gibt zwei gute Gründe, warum Anfang immer noch fest im Lilien-Sattel sitzt. Zum einen sind die Darmstädter Verantwortlichen weiter fest von der Anfang'schen Spielidee überzeugt. Auch der Umstand, dass viele Begegnungen enorm unglücklich liefen, wird in die Berechnung mit eingenommen. Dazu äußern auch zahlreiche Spieler intern immer wieder, wie sehr sie den Fußball unter dem neuen Trainer schätzen.

Schneller Anfang-Rauswurf würde Fragen aufwerfen

Der andere Umstand ist in den Vorgängen vor einem Jahr zu finden. Ex-Coach Dimitrios Grammozis, seit Dienstag in Diensten von Schalke 04, erhielt wegen interner Bedenken nur ein Angebot für eine Spielzeit - und lehnte ab. Anfang hingegen bekam genau den Zwei-Jahres-Kontrakt, den Grammozis haben wollte. Es war ein Zeichen des Vertrauens, ein Statement pro Anfang.

Ein vorschneller Rauswurf würde diese Entscheidung rückblickend als großen Fehler darstellen und Fragen aufwerfen, besonders da Grammozis mit reichlich Erfolgen im Rücken den Verein verließ. Das wissen sie auch in der Führungsetage rund um Fritsch. Daher ist (noch) die Devise: weiter mit Anfang!

Oft darf auch Anfang nicht mehr verlieren

Vom Trainer wird nun aber auch gefordert, dass, bei aller schönen Spielanlage, nun mehr Wert auf das Ergebnis gelegt wird. Denn eines ist auch klar: Auch Anfang darf mit seinem Team nicht weiter verlieren, wie er es aktuell tut. Sonst ist die momentane Job-Garantie schnell keine mehr.