Tobias Kempe vom SV Darmstadt 98

Auch wenn es beim SV Darmstadt 98 manchmal nicht läuft, auf ihn ist immer Verlass: Tobias Kempe. Der Offensiv-Allrounder erlebt bei den Lilien aktuell den x-ten Frühling - auch dank des neuen Trainers.

Der Fußball, so geht ja die allgemeine Floskel, ist ein schnelllebiges Geschäft. Tobias Kempe kann davon ein Lied singen. Es ist noch gar nicht lange her, ziemlich genau ein Jahr, da musste der Offensiv-Allrounder des SV Darmstadt 98 zumeist auf der Tribüne Platz nehmen. Es reichte nicht einmal für den Kader. Und heute? Ist alles anders. Kempe, mit 31 Jahren bereits in der Kategorie "Routinier" angekommen, erlebt den x-ten Frühling seiner Karriere. Den wievielten genau? "Der vierte mittlerweile, glaube ich", lacht Kempe im Gespräch mit dem hr-Sport. "Ich bin aktuell gut in Form, fühle mich gut und bin gesund."

Wobei man sagen muss, dass dieser vierte Frühling bereits schon lange anhält. Schon Ex-Coach Dimitrios Grammozis, der Kempe einst auf die Tribüne verbannte, baute zum Ende der Rückrunde der vergangenen Saion wieder auf den Standard-Spezialisten. Seitdem liefert der fußballerische Kreativ-Kopf. Und liefert. Und liefert. Und liefert. Nun auch in der neuen Saison unter dem neuen Trainer Markus Anfang.

Vorlagen-König der Liga

Das beweisen die Zahlen Kempes mit Nachdruck. In dieser Spielzeit sammelte er bereits neun Scorer-Punkte, beim Spiel in Karlsruhe war der 31-Jährige an allen vier Treffern beteiligt. Wenn es in der Defensive, wie aktuell relativ häufig bei den Lilien, nicht läuft, bügelt es Kempe in der Offensive wieder aus.

In der Scorer-Liste liegt er damit gemeinsam mit Hamburgs Tormaschine Simon Terodde auf Rang eins, bei den Vorlagen befindet er sich sogar mit reichlich Abstand alleine auf dem Spitzenplatz. Sieben Stück sind es da bereits. Kempe ist das Offensivherz der Lilien, keine Frage.

Unter Anfang eine feste Position

Das hat zwar nicht nur, aber auch mit dem neuen Trainer zu tun. Im 4-1-4-1-System, das Anfang spielen lässt, hat Kempe eine feste Position bekommen, agiert dabei neben Marvin Mehlem in der Zentrale. "Der Trainer setzt auf mich und hat mir von Anfang an die Chance gegeben, in der Mannschaft zu sein. Und er lässt mich auf einer Position spielen, auf der ich mich auch sehe, nämlich als Achter bzw. Zehner."

Auf dieser Position ist Kempe, dessen Vertrag im Sommer nur für ein Jahr verlängert wurde, schneller genau da, wo er gefährlich ist: zentral vor dem Tor. "Es passt sehr gut, ich fühle mich wohl auf der Position, die Tore und Vorlagen kommen dann zwangsläufig", so Kempe. Ein weiteres Plus: Seine Standard-Fähigkeiten, die manch ein Bundesligist gerne in seiner Mannschaft hätte.

Was passiert im Sommer?

Stellt sich nur die Frage: Was, wenn Kempe einfach so weitermacht? Bereits im vergangenen Jahr, als es nicht so lief, machte sich der 31-Jährige so seine Gedanken über seine Zukunft. Ein Wechsel war nicht ausgeschlossen. Kempe lebt und spielt aber gerne in Darmstadt, fühlt sich mit den Lilien und den Fans verbunden.

Wenn er so weiterspielt wie bislang, dürfte daher einer weiteren Vertragsverlängerung nichts im Wege stehen. Es gibt auch keine Anzeichen, dass dieser x-te Frühling ein Ende haben könnte. Auch nicht seitens Kempe, der sagt: "Na klar habe ich Bock, hierzubleiben, ist ja logisch. Aber momentan konzentriere ich mich erst einmal drauf, dass wir die Spiele gewinnen und bis Jahresende viele Punkte holen." Macht er so weiter, dürfte das klappen.