Der SV Darmstadt 98 im Spiel gegen Stuttgart

Kämpfen, kratzen, beißen, die Großen ärgern und dazu ein Tor von Tobias Kempe: Gegen den VfB Stuttgart zeigte der SV Darmstadt 98 altbekannte Tugenden. Dazu sprang der Funke vom Rasen auf die Tribüne über.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Grammozis: "Kompliment an die Mannschaft und die Fans"

Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis freut sich über einen wichtigen Sieg.
Ende des Audiobeitrags

Nach Abpfiff gab es noch einmal einen großen Gefühlsausbruch am Böllenfalltor. Gerade hatte der SV Darmstadt 98 dem Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart ein 1:1 (1:1) abgerungen, da ballten Zuschauer auf den Rängen die Faust, umarmten sich und jubelten. Es war am Ende nur ein Remis, ein einzelner Punkt, den die Lilien am Montagabend holten, aber es war gleichzeitig auch die Renaissance der Lilien-Tugenden - oder wie es Torschütze Tobias Kempe hinterher ausdrückte: "Es war ein geiler Abend!"

Kämpfen, kratzen, beißen, den Großen ein Bein stellen, dazu ein Kempe-Tor: Vieles erinnerte beim Spiel gegen den VfB an frühere, erfolgreiche Tage in Südhessen. Dazu kam auch der Faktor "Bölle". Das heimische Publikum trug die Lilien im zweiten Abschnitt gegen den Aufstiegsaspiranten förmlich bis zum Abpfiff.

"Am Bölle ist einiges möglich"

Das kam auch bei Mannschaft und Trainer an. "Ich möchte ein großes Kompliment an meine Spieler und vor allem die Fans aussprechen", betonte SVD-Coach Dimitrios Grammozis. "Unser Anhang war heute ein ganz wichtiger Faktor. Am Bölle ist eben einiges möglich."

Dabei soll nach diesen intensiven, kampfbetonten, teilweise hitzigen 90 Zweitliga-Minuten betont werden, dass die Lilien nicht nur kämpferisch dagegen hielten. Gegen den Favoriten aus Stuttgart wussten die 98er phasenweise auch spielerisch zu überzeugen. Besonders beim 1:0 durch Kempe zeigten die Lilien, dass sie an diesem Abend hellwach waren (20. Minute).

Treffer zum 1:0 begeistert Grammozis

Ein schneller Einwurf von Patrick Herrmann fand den starken Marvin Mehlem, der sofort Kempe auf die Reise schickte. Frei vor VfB-Keeper Fabian Bredlow traf der Offensiv-Allrounder zu der in diesem Moment überraschenden Führung. Ein Treffer, der auch Trainer Grammozis begeisterte. "Das Tor war vom Kopf her perfekt. Die Jungs haben schnell geschaltet."

Im Laufe der ersten Halbzeit verdienten sich die Südhessen dann rückwirkend ihre Führung, mussten mit dem Pausenpfiff jedoch den Ausgleich durch VfB-Linksaußen Borna Sosa hinnehmen. Im zweiten Abschnitt hatten die Darmstädter sogar zunächst selbst die Chance auf die Führung, insgesamt waren die Gäste aus Württemberg im zweiten Abschnitt aber die spielbestimmende Mannschaft.

Kempe: "Genau so muss es sein"

Vor dem Lilien-Kasten wurde es dadurch immer gefährlicher: Mario Gomez traf ins Tor, stand dabei aber im Abseits (66.), ein Schuss von Philipp Förster ging nur an den Pfosten (78.). In der letzten Viertelstunde stand das SVD-Tor dann unter Dauerdruck. Alleine ein Treffer wollte der Elf von Tim Walter gegen die tapfer kämpfenden Lilien nicht mehr gelingen.

"Jeder hat sich in die Zweikämpfe geworfen, jeder war für den anderen da", befand Torschütze Kempe, der an der Renaissance der Lilien-Tugenden sichtbar Freude hatte. "Genau so muss es sein." Für Grammozis waren die 90 Minuten sogar "ein großer Genuss". Für den Anhang der Südhessen sicherlich auch.