Seung-ho Paik vom SV Darmstadt 98 im Trikot der südkoreanischen Nationalmannschaft

Seung-ho Paik, Mittelfeldspieler des SV Darmstadt 98 und Nationalspieler Südkoreas, hat die wohl ungewöhnlichste Reise seiner Karriere hinter sich. Darin inbegriffen: zwei Stopps in Peking, ein Handy-Verbot und ein Spiel vor Geisterkulisse.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die wilde Reise des Seung-ho Paik nach Nordkorea

Imago Paik
Ende des Audiobeitrags

Diese Reise wird Seung-ho Paik, seines Zeichens Fußball-Profi beim SV Darmstadt 98 wohl so schnell nicht vergessen. Paik, sonst im Mittelfeld der Lilien aktiv, ist zugleich Nationalspieler von Südkorea. Aktuell läuft für ihn und seine Auswahl die WM-Qualifikation - mit zwei Spielen in dieser Länderspielpause. Die erste Partie gewannen die Koreaner mit 8:0 gegen Sri Lanka. Die zweite Begegnung wird ihm aber deutlich mehr im Gedächtnis bleiben. Nicht wegen des Ergebnisses, ein 0:0 - sondern wegen all der Umstände drumherum. Denn der Gegner Südkoreas hieß Nordkorea.

Allein die Anreise war skurril. Da es keine Flüge von Süd- nach Nordkorea gibt, musste Paiks Team über Peking in den Bruderstaat fliegen. Dort wurde es dann ernst. Die 55 Personen umfassende Delegation des südkoreanischen Teams war gezwungen, ihre Mobiltelefone vor der Abreise aus Peking in der südkoreanischen Botschaft vor Ort zu lassen. An der Pressekonferenz vor dem Spiel nahmen fünf Reporter teil - alle stammten aus Nordkorea.

Keine TV-Übertragung der Partie

Am Dienstagmorgen europäischer Zeit wurde dann endlich angepfiffen. Zum ersten Pflichtspiel zwischen beiden Nationen auf nordkoreanischem Boden waren aber weder Zuschauer noch internationale Medien zugelassen. Eine TV-Übertragung, wie bei anderen WM-Quali-Spielen üblich, gab es nicht. Informationen lieferten lediglich Liveticker auf den Webseiten des Weltverbandes FIFA sowie des asiatischen Fußballverbandes AFC. Paik saß 90 Minuten auf der Bank. Auch wenn er gespielt hätte, gesehen hätte es dennoch niemand.

Zurück geht es für die südkoreanische Delegation und Paik nun erneut über Peking - mit einem Acht-Stunden-Stopp in der chinesischen Hauptstadt. In Deutschland erwarten ihn die Lilien nach all den Strapazen dann am Donnerstag. Ob er am Samstag beim Auswärtsspiel in St. Pauli spielen kann, wollen die Darmstädter am Freitag entscheiden. Eines ist aber schon jetzt klar: ausgeruht wird Paik in keinem Fall sein. Eine Menge skurriler Eindrücke hat er aber in jedem Fall im Gepäck.