Dursun Abschied

Vier Tore in einem Spiel, Erster in der Torjägerliste, dazu das letzte Heimspiel in Darmstadt: Nach dem Sieg gegen Heidenheim verabschiedete sich Serdar Dursun tränenreich von den Lilien - und gab einen Hinweis auf sein neues Ziel.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Serdar Dursun: "Habe die Lilie mit Stolz getragen"

Dursun Abschied
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Richard Sanderson hat nicht mehr das alleinige Privileg, dass seine Träume Realität werden. Der Sänger veröffentlichte in den achtziger Jahren einen Hit mit der eingängigen Textzeile "Dreams are my reality", den auch Darmstadts Serdar Dursun am Sonntag hätte anstimmen können. Mit vier Toren beim 5:1-Heimsieg gegen Heidenheim sorgte der Angreifer für einen perfekten Nachmittag und setzte sich an die Spitze der Torjägerliste der zweiten Liga.

"Ich habe diese Woche geträumt, dass ich vier Tore mache und der HSV verliert, Terodde macht kein Tor und ich ziehe in der Torjägerliste davon. Es ist genau so gekommen, riesigen Dank an die Mannschaft", sagte Dursun nach dem Spiel gegenüber dem hr. Mit nunmehr 25 Treffern liegt er drei Tore vor Simon Terodde, dem Angreifer des HSV. Dursun kann sich in der kommenden Woche zum Torschützenkönig der Liga küren.

Tränen nach dem Abschied auf dem Rasen

Doch so eiskalt der Stürmer vor dem gegnerischen Tor agiert, so emotional wurde er nach der Partie. Sein ablösefreier Weggang aus Darmstadt war in den vergangenen Wochen und Monaten ein offenes Geheimnis gewesen, nun aber sprach Dursun auch öffentlich davon. "Vor drei Jahren genau kam ich hier hin, Dirk Schuster hat mich geholt und nach vier Tagen erstmals gegen Paderborn spielen lassen, da habe ich das 1:0 gemacht. Am Anfang und Ende habe ich also getroffen", sagte Dursun. Nachdem er von seinen Kollegen gefeiert wurde, streifte er über den Rasen und verdrückte einige Tränen.

Am Mikrofon hielt Dursun danach eine bewegte Abschiedsrede: "Ich habe jeden Tag versucht, für meine Mannschaft da zu sein und alles für den Club gegeben. Ich habe die Lilie drei Jahre mit Stolz getragen. Ich danke der ganzen Lilien-Mannschaft und dem ganzen Verein, dem Staff." Und noch einmal gesondert bei Kapitän Fabian Holland, der nicht weit entfernt beim Interview stand, bedankte sich Dursun mit einem Schmunzeln für die Vorlagen.

Darmstadt 98 bricht eine Achse weg

Tatsächlich haben die Lilien für ihren Angreifer gearbeitet und ihn immer wieder in gute Positionen gebracht. Unter Trainer Markus Anfang hatten Mittelstürmer schon bei dessen vorherigen Stationen von der direkten Spielweise profitiert. "Wenn ich mir das 4:1 von Serdar anschaue, muss ich auch sagen: Viel besser kann man es nicht herausspielen", sagte Trainer Markus Anfang am Sonntag. Dursun aber gab dem Team in dieser Saison nicht nur mit seinen Toren viel zurück, der Angreifer war sich auch für die Arbeit mit nach hinten nicht zu schade. "Serdar ist in der zweiten Liga ein außergewöhnlicher Spieler, wenn man ihn in Szene setzt", sagte dann auch Trainer Anfang.  

Zur Zukunft des Stürmers meinte der Coach: "Er wird mit jedem Tor teurer, wir hätten ihn natürlich gerne hierbehalten." Da hatte Dursun schon seinen Abschied publik gemacht, der die Lilien intern jedoch nicht mehr überraschte. Der Weggang von Defensivmann Immanuel Höhn ist zudem fix, die "Bild"-Zeitung vermeldete am Sonntag, dass sich Schalke die Dienste von Mittelfeldspieler Victor Pálsson gesichert habe. "Es wird uns der eine oder andere Spieler aus unserer Achse verlassen", deutete Trainer Anfang am Sonntag an.

Dursuns Antwort deutet auf einen Wechsel in die Türkei

Wohin der Weg von Dursun führt, ist hingegen noch nicht sicher. Spekuliert wurde immer wieder über ein ernsthaftes Interesse von Schalke und dem Hamburger SV, nach hr-sport-Informationen liegt Dursun außerdem ein Angebot von Besiktas aus der Türkei vor. Auf die Frage, ob er mit dem HSV oder Schalke ans Böllenfalltor zurückkehre, meinte Dursun am Sonntag: "Ich hoffe, mit gar keinem." Dieses Zitat würde für einen Wechsel in die Türkei sprechen - und einen weiteren Traum von Serdar Dursun wahr werden lassen.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! bundesliga, 16.05.21, 23.10 Uhr