Klaus Gjasula SV Darmstadt 98

Kaum beim SV Darmstadt 98 angekommen, gibt Neuzugang Klaus Gjasula direkt den Ton an. Der Ex-HSV-Profi füllt in Südhessen die Lücke, die Victor Palsson gerissen hat. Für ihn selbst gleicht der Wechsel einer wahren Befreiung.

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Audioseite Schnellhardt lobt Gjasula: "Tut uns gut"

Fabian Schnellhardt von den Lilien
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Irgendetwas war anders. Irgendetwas fehlte. Wer Klaus Gjasula am Sonntag bei seinem Debüt im Trikot des SV Darmstadt 98 zusah, erkannte den 31-Jährigen beinahe nicht wieder. Nicht, weil nun eine Lilie und keine Raute auf seinem Shirt war, sondern weil auf dem Kopf ein für ihn so bekanntes Detail nicht vorhanden war: der Helm. Gjasula trug diesen eigentlich seit 2013, am Sonntag war er nun verschwunden. "Ich wollte einfach ein neues Kapitel in Darmstadt aufschlagen", begründete er seine Entscheidung hinterher. "Also habe ich den Helm weggelassen."

Es war aber nicht nur der Helm, der eine kleine Befreiung für den Mittelfeld-Arbeiter darstellte. Auch der Neuanfang bei den 98ern nach einer mehr als schwierigen Zeit in Hamburg scheint Gjasula persönlich zu helfen. "Ich war es nicht gewohnt, nach einem schlechten Spiel aus jeder Ecke so attackiert zu werden", betonte er in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt. "Das nimmt dir den Spaß am Fußball. Wenn du dich nicht mehr wohlfühlst, kannst du auch deine Leistung nicht abrufen."

Mit dem HSV den Aufstieg verpasst

In Hamburg, das ist jetzt keine große Neuigkeit, geht es anders zu als an den meisten Fußball-Standorten in Deutschland. Die Attacken seien dort "heftiger als anderswo", schildert Gjasula, der beim HSV - auch verletzungsbedingt - nur 15 Pflichtspiele absolvierte und am Ende den Bundesliga-Aufstieg verpasste. In Darmstadt soll daher nun der Neuanfang her.

"Ich kann der Mannschaft Stabilität verschaffen", ist sich Gjasula sicher. "Die Mannschaft gibt mir die Möglichkeit zu spielen und wieder der Alte zu werden." Einen solchen Spielertypen haben sie in Darmstadt auch gesucht. Nach dem Abgang von Victor Palsson zum FC Schalke war der Posten "Harte Mittelfeldkante" bei den Lilien vakant. Gjasula soll diese Lücke nun füllen.

"Er tut uns gut"

Beim 6:1 gegen Ingolstadt klappte das schon ausnehmend gut - was auch den Mitspielern auffiel. "Er tut uns gut durch seine Art und seine Spielweise", lobte Mittelfeld-Kollege Fabian Schnellhardt, der noch hinzufügte: "Es ist für die gesamte Mannschaft gut zu wissen, dass da jemand ist, der Cleverness und Zweikampfstärke mitbringt und auch mal ein taktisches Foul begeht." Eben der Spielertypus, der seit dem Palsson-Abgang den Darmstädtern so dringend fehlte.

Für Gjasula war es damit am Sonntag gleich eine dreifache Befreiung. Kein Helm mehr, keine Anfeindungen mehr und mit dem Team endlich der erste Sieg in der Saison. So kann es aus seiner Sicht sicher weitergehen - am besten schon an diesem Sonntag bei einem Ex-Club HSV. Oder feiert der Helm dort doch wieder ein Comeback? "Der bleibt weg", versichert er. "Ich mache nicht jede Woche etwas anderes."

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