Markus Anfang SV Darmstadt 98

Neuer Trainer, neues Konzept: Beim SV Darmstadt 98 hat nun Markus Anfang das Sagen. Auch wenn das Transferkarussell noch nicht heißgelaufen ist, schielen die Lilien dennoch nach oben.

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zum Video So lief der Trainingsauftakt beim SV Darmstadt 98

Training beim SV Darmstadt 98
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Platz fünf in der vergangenen Saison. Und in diesem Jahr? Vielleicht mehr? Der SV Darmstadt 98 könnte unter dem neuen Trainer Markus Anfang für eine Überraschung in der 2. Bundesliga sorgen. Damit das klappt, muss aber ein Torjäger unbedingt gehalten werden - und die Spieler müssen das neue System von Kopf bis Fuß adaptieren. Hier geht es zum großen Lilien-Teamcheck.

So lief die vergangene Saison

Erstaunlich gut. Nach der ersten Saisonhälfte hingen die Lilien noch im Mittelfeld der Tabelle fest. Nach der Winterpause kam dann noch das Hickhack um die Vertragsverlängerung mit dem mittlerweile Ex-Trainer Dimitrios Grammozis hinzu. Und was machten die Darmstädter daraus? Begannen nach der Corona-Pause auf einmal zu gewinnen. Und zu gewinnen. Und zu gewinnen.

Am Ende fehlten den Lilien nur winzige drei Pünktchen zum Relegationsplatz und der ganz großen Sensation. In der Rückrunden-Tabelle befanden sich die Darmstädter sogar auf Rang zwei, nur geschlagen von Arminia Bielefeld. Wenn man bedenkt, welche Zwischentöne die Lilien dabei begleiteten, eine beachtliche Leistung.

Wer kommt, wer geht?

Die wichtigste Personalie steht an der Seitenlinie und nicht auf dem Platz: Neu-Coach Markus Anfang. Und der hat auf dem Spielfeld noch nicht so viel Auswahl, wie er möchte. Das Transferkarussell dreht sich in Darmstadt, ähnlich wie anderswo, noch sehr, sehr langsam. Noch gibt es nur eine handvoll Neuzugänge. Ein paar namhafte Abgänge gibt es mit Marcel Heller und Yannick Stark dennoch. Die Lilien hoffen, dass es dabei bleibt. Denn Stürmer Serdar Dursun ist weiter heiß begehrt.

Ob der Angreifer tatsächlich in Südhessen bleibt, ist immer noch unklar. Dursun hat seine Klasse im Unterhaus mehr als nur einmal bewiesen und könnte sicher auch höherklassig spielen. Das ist auch den Darmstädtern bewusst. Auf die hr-Frage, ob er lieber heute als in einem knappen Monat das Transferfenster schließen würde, auch wenn die Lilien dann selbst nicht mehr nachlegen könnten, antwortete Anfang: "Ich würde mich entscheiden, dass es so, wie es jetzt ist, gut ist." Sprich: mit Dursun.

Der Trainer

Kiel, Köln, nun Darmstadt. Die Lilien sind bereits der dritte Zweitligist den Anfang übernimmt. Und das mit reichlich Schwung. Der Ex-Profi vermittelte in Südhessen von Tag eins eine ansteckende Laune, nimmt dabei auch seine Spieler mit ins Boot, führt gerne mal auf dem Trainingsplatz das eine oder andere Einzelgespräch.

Im Spiel, ähnlich wie bei seinen beiden vorigen Stationen, hat Anfang einen klaren Plan. "Es stimmt, dass wir den Anspruch haben, dass jeder Spieler in jeder Situation eine Aufgabe hat. Dadurch schalten sie auch im Spiel nicht ab. Umschalten ist erlaubt - abschalten nicht", ist sein Motto. Aber: "Wenn meine Spieler die Räume so besetzen, wie sie es sollen, dürfen sie in diesen Räumen auch wilde Sau spielen." Kein Abschalten, ein bisschen wilde Sau - so dürfte der Lilien-Fußball der neuen Spielzeit aussehen.

Die Ziele

Offiziell sind sie bei den Lilien bescheiden. Es sei eine schwere Liga, nach Corona sowieso alles unklar und generelle müsse man erst einmal schauen, wo man sich einordnet. Inoffiziell sind die Südhessen jedoch durchaus ambitioniert. Ein Platz unter den ersten sechs soll schon angepeilt werden. Vielleicht ja auch mehr.

Ein weiteres Ziel ist auch ein wenig mehr Ruhe in und um den Verein. Die vergangene Saison war die erste seit langer Zeit, die ohne Trainerwechsel über die Bühne ging. Das Gezerre um Ex-Coach Grammozis sorgte bei den Darmstädtern aber einmal mehr für reichlich Schlagzeilen abseits des Rasens. Würde einmal eine Spielzeit ohne diese Nebengeräusche über die Bühne gehen, wären sie in Darmstadt dann doch sehr froh.