Lilien-Spieler Frank Ronstadt im Spiel gegen Dresden

Frank Ronstadt durfte nach schwierigem Beginn bei Darmstadt 98 gegen Dresden erstmals ein paar Minuten spielen und hätte dabei sogar fast ein Tor erzielt. Aus seiner Covid-Erkrankung will er nun Energie für weitere Einsätze ziehen.

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Audioseite Ronstadt: Die Corona-Pause hat mich stärker gemacht

Frank Ronstadt von Darmstadt 98
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Frank Ronstadt hätte dem SV Darmstadt 98 am Sonntag einiges nervöses Nägelkauen ersparen können. Kurz vor dem Ablauf der regulären Spielzeit tauchte der Neuzugang der Würzburger Kickers nach einem langen Ball von Torhüter Marcel Schuhen allein vor dem Dresdner Tor auf und hätte mit einem Treffer die Führung ausbauen und damit alles klarmachen können. "Den muss ich machen", sagte Ronstadt am Mittwoch in einer Presserunde. Dass er ihn nicht machte, versteht sich anhand seiner Antwort wohl von selbst.

Ronstadt verpasste also die frühzeitige Entscheidung. Da die Lilien, die gegen Dynamo mehr als eine Stunde in Unterzahl gespielt hatten, wenige Minuten nach Ronstadts Fehlschuss dennoch den hart umkämpften 1:0-Sieg bejubeln durften, fiel das Fazit seines Debüts im Lilien-Trikot trotzdem durchweg positiv aus. "Ich bin einfach dankbar, wieder auf dem Platz zu stehen." Genau das war vorher nämlich lange Zeit nicht möglich gewesen.

Ronstadt hat die Pause genutzt

Der gebürtige Hamburger, den die Lilien schon eine ganze Weile vor der Verpflichtung auf dem Zettel hatten, wurde in seiner Anfangsphase in Darmstadt zunächst durch einen Bänderriss im Knöchel ausgebremst. Dann infizierte sich der 24-Jährige Ende Juli – genau wie sechs weitere Darmstädter Profis – mit dem Coronavirus. Einen schweren Verlauf erlebte Ronstadt nicht, sein geschwächter Körper brauchte für die vollständige Erholung aber bis in den September hinein. "Ich war am längsten raus und musste einiges aufholen."

Neben der Kompensation der körperlichen Defizite arbeitete Ronstadt während seiner unfreiwilligen Auszeit auch an seiner psychischen Stärke. Mit einem Mentaltrainer habe er sich in Gesprächen auf sein Comeback vorbereitet, zudem sei die Bibel sein ständiger Begleiter gewesen, berichtete der frühere U19-Nationalspieler am Mittwoch. "Corona war scheiße, ich habe die Zeit aber sinnvoll genutzt. Das hat mich mehr gestärkt als geschwächt." Jetzt sei alles bereit für den Neustart. Energie durch Covid.

Auf rechts flexibel einsetzbar

"Wir sind davon überzeugt, dass wir nach seiner Genesung eine Menge Freude an ihm haben werden", hatte Darmstadts Sportlicher Leiter Carsten Wehlmann bereits kurz nach Ronstadts Wechsel ans Böllenfalltor prophezeit. Von der Covid-Erkrankung konnte er damals zwar noch nichts wissen. Seine Aussage, die sich zu diesem Zeitpunkt auf die Knöchelverletzung bezog, hat aber noch immer Bestand. Ronstadt könnte das Spiel der Lilien weiter beleben.

Ob er schon am Freitag (18.30 Uhr) beim 1. FC Heidenheim eine Option für die Startelf ist, kann wohl eher bezweifelt werden. In näherer Zukunft könnte Ronstadt, der auf dem rechten Flügel sowohl defensiv als auch offensiv eingesetzt werden kann, aber durchaus ein Kandidat für die Anfangsformation sein. "Ich gehe das alles ruhig an und mache mir keinen Druck." Nach den zwei Rückschlägen zu Saisonbeginn ist das wohl nicht die schlechteste Herangehensweise.

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