Immanuel Höhn und Erich Berko beim Aufwärmen

Der SV Darmstadt 98 zeigt im Kampf gegen Rassismus Flagge. Die Lilien unterstützen Amnesty International Deutschland bei einer entsprechenden Kampagne.

Der SV Darmstadt 98 engagiert sich im Kampf gegen Rassismus: Die Südhessen unterstützen Amnesty International Deutschland bei der Kampagne "Gemeinsam gegen Rassismus in Deutschland!". Im Rahmen der Zusammenarbeit ist ein gemeinsames Video entstanden, das auf das Thema Rassismus hinweisen und dafür sensibilisieren soll.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von YouTube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von YouTube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

In den kommenden Wochen stellt der Verein eine der Werbeflächen auf seiner Homepage zur Verfügung, um an dieser Stelle aktiv auf das Thema aufmerksam zu machen. Außerdem hat jeder Spieler unter dem Motto "Ich nehme Rassismus persönlich" ein Aktionspaket der gemeinnützigen Organisation erhalten, um Botschaft und Inhalte zum Thema Menschenrechte und Rassismus auch im privaten Umfeld weiterzutragen.

"Das macht nachdenklich und traurig"

"Darmstadt 98 ist nicht nur ein Sportverein, wir sind auch eine Wertegemeinschaft", begründet Vizepräsident Markus Pfitzner das Engagement. "Wir dürfen nicht wegschauen, sondern müssen dem Rassismus aktiv entgegentreten." Wichtig ist den Spielern das Thema auch deshalb, weil einige von ihnen schon direkt mit Rassismus konfrontiert wurden.

So wie Innenverteidiger Patric Pfeiffer. Der 21 Jahre alte Deutsche mit ghanaischer Abstammung wuchs in Hamburg auf. "Oftmals wurde mir der Zutritt zu einer Bar oder einem Club verwehrt, weil ich schwarz bin. Auch direkte Beleidigungen gab es immer wieder", sagte Pfeiffer. "Das macht einen nachdenklich und traurig." Immer wieder habe er aber auch gemerkt, "dass sich Freunde und Mitspieler für mich eingesetzt" hätten. Das habe ihm "extrem geholfen".

Geboren in Ostfildern-Ruit

Dass auch "unbewusster Rassismus" verletzen kann, erklärt Stürmer Erich Berko, der ebenfalls ghanaische Wurzeln hat: "Ich werde oft gefragt, wo ich geboren wurde, und obwohl ich dann 'Ostfildern-Ruit' antworte, bekomme ich danach zu hören, dass ich sehr gut Deutsch spreche", sagte der 26-Jährige. "Mittlerweile kann ich zwar über so etwas lachen, aber in diesen Momenten ist es schon unangenehm."

Schon als Jugendlicher war Mannschaftskapitän Immanuel Höhn der Kampf gegen Rassismus wichtig, er trug "Stand up, Speak up"-Armbänder, die auf eine Bewegung um Frankreichs Fußballstar Thierry Henry zurückgehen. "Seit ich ein kleines Kind war, ist Vielfalt in jeder Kabine etwas ganz Normales und Wunderbares gewesen", erklärte der 29-Jährige. "Rassismus darf absolut keinen Platz mehr haben und wir alle müssen aktiv dagegen vorgehen."