Patric Pfeiffer

Corona-Infektion, Elfer-Drama, Stammspieler - Patric Pfeiffer vom SV Darmstadt 98 hat in der aktuellen Saison schon einiges mitgemacht.

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HSV - SV Darmstadt 98
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Es gibt ja so Saisons, die an dem einen oder anderen Profifußballer eher unspektakulär vorbeiziehen. Hier mal ein Spielchen, da mal ein Bankplatz, vielleicht mal ein Tor und am Ende dann ein Tabellenplatz im Mittelfeld - und schon ist die Spielzeit wieder rum.

Bei Patric Pfeiffer, Innenverteidiger des SV Darmstadt 98, ist aktuell das Gegenteil der Fall. Die Zweitligasaison 2021/22 ist zwar erst ein paar Wochen alt, Pfeiffer hat aber schon genug erlebt für mehrere Saisons. Denn der Mann hat eine echte Achterbahnfahrt hinter sich.

"Ich lag vier Tage komplett flach"

Das fing bereits in der Vorbereitung an, in der sich Pfeiffer nach seinem Syndesmoseriss aus dem Frühjahr eigentlich das nötige Rüstzeug für die Saison holen wollte. "Ich kam aus der Verletzung und kam gut rein", so Pfeiffer. Dann aber der Schock: Corona-Infektion, als einer von insgesamt sieben Spielern der Lilien.

"Und schon war ich wieder zwei Wochen wegen Corona raus. Die ersten vier Tage lag ich komplett flach, mit Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Halsschmerzen. Aber danach ging es ganz gut. Mein Geschmacks- und Geruchssinn waren nicht weg."

Wegen der vielen Ausfälle taten sich die Lilien zu Saisonbeginn schwer und verloren die beiden ersten Ligaspiele. Zum Pokalspiel gegen den TSV 1860 München war Pfeiffer wieder Teil des Rumpf-Kaders, musste in der Verlängerung sogar ran. Für den Rekonvaleszenten willkommene Spielzeit, "die 30 Minuten gegen 1860 haben mir sehr gutgetan", so Pfeiffer. Dramatisch verliefen sie für ihn dennoch.

"Ich habe ein paar Tage gehadert"

Denn Pfeiffer wurde zum tragischen Helden. Kurz vor Ende der Verlängerung scheiterte er mit einem Kopfball am überragenden TSV-Keeper Marco Hiller aus kurzer Distanz. Wenig später war es Pfeiffer, der als einziger Spieler im Elfmeterschießen verschoss. Und so das Erstrunden-Aus der Lilien besiegelte, in einem Spiel, in dem er eigentlich nicht hätte spielen sollen. "Ich habe ein paar Tage gehadert. Aber so etwas passiert im Fußball. Ich würde auch wieder schießen", so Pfeiffer.

Zumal das Aus im Pokal den Hessen keinen Knacks verpasst hat, ganz im Gegenteil: "Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut. Wir hatten einen schweren Start, aber ich finde, dass wir schon gegen 1860 München im Pokal eine gute Reaktion gezeigt und uns dann Woche für Woche gesteigert haben." Der Knoten platzte beim furiosen 6:1-Sieg gegen Ingolstadt, auch beim 2:2 bei Pfeiffers Ex-Club Hamburger SV zeigten die Lilien, dass mit ihnen zu rechnen ist.

"Gegen 96 sind es immer geile Spiele"

Und auch mit Pfeiffer, der zuletzt zweimal über 90 Minuten durchspielte, seine Sache gut machte und auch gegen Hannover 96 am kommenden Samstag (13.30 Uhr) in der Startelf stehen dürfte. Von der Corona-Infektion merkt er nicht mehr viel, einzig an der Ausdauer merke Pfeiffer die Ausfallzeit noch. "Hannover wird spannend. Wir haben wieder mehr Selbstvertrauen, fast alle Spieler sind zurück, es herrscht ein guter Konkurrenzkampf. Gegen 96 sind es immer geile Spiele", so Pfeiffer. Und vielleicht kommt ja das nächste denkwürdige Spiel dazu.