Erleichterung pur: Klaus Gjasula bejubelt seinen Treffer

Gelbe Karte, Nasenbluten, Eigentor, Ausgleich erzielt: Klaus Gjasula erlebte im Spitzenspiel des SV Darmstadt 98 gegen Karlsruhe eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Sein Trainer Torsten Lieberknecht adelte den Mittelfeldspieler.

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Darmstadt gegen Karlsruhe: Gjasula erst Pechvogel, dann Glückspilz

Klaus Gjasula jubelt.
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Klaus Gjasula schlich zur Pause des Topspiels gegen den Karlsruher SC mit einem unguten Gefühl in die Kabine. Der Mittelfeldspieler von Darmstadt 98 hatte am Samstagabend eine wilde erste Halbzeit hinter sich gebracht. Nach zwei Minuten sah der 32-Jährige die Gelbe Karte, kurze Zeit später blutete die Nase - und dann hob er auch noch die Kugel zur Karlsruher Führung unglücklich ins eigene Netz (21. Spielminute). Für solche Auftritte wurde der Begriff Pechvogel konzipiert.

Gjasula hat Vertrauen geschenkt bekommen

Würde ihn Trainer Torsten Lieberknecht vom Feld nehmen? "Ich habe schon darüber nachgedacht, dass der Coach diese Überlegung haben könnte", gab Gjasula nach Spielschluss am ARD-Mikro zu. Doch Lieberknecht dachte nicht daran, den Kämpfer draußen zu lassen. "Der Trainer hat mir das Vertrauen geschenkt, dass ich keine Scheiße baue und vom Platz fliege", ergänzte Gjasula.

Und Lieberknecht tat tatsächlich gut daran, ihn auch im zweiten Durchgang ins Rennen zu schicken. Denn nur drei Minuten nach Wiederanpfiff war der so extrem verlaufene erste Durchgang mit einem Schlag vergessen. Einen Eckball von Tobias Kempe köpfte Gjasula unhaltbar ein, die Lilien verdienten sich diesen Ausgleich. Und: Gjasula hob sich seinen ersten Treffer im Darmstädter Trikot für den richtigen Moment auf.

Lieberknecht schwärmt von Gjasula: "Sensationsprofi"

Und Lieberknecht? Der zeigte sich begeistert von Gjasula: "Das war ein super Spiel von Klaus. Er hatte Schwierigkeiten wegen der frühen Gelben Karte. Eine Partie dann aber so professionell über die Bühne zu bringen und sich als Leader zu zeigen - das ist Klaus, wie ich ihn kennengelernt habe." Der Trainer adelte seinen Führungsspieler: "Er ist ein Sensationsprofi."

Die Lilien blicken daher trotz des 2:2 insgesamt mit einem guten Gefühl nach vorne. Vier Punkte aus zwei Rückrundenspielen gegen kernige Gegner aus Regensburg und Karlsruhe haben durchaus das Potenzial, Träume vom Aufstieg in die Bundesliga weiter reifen zu lassen.

Lilien gegen Kellerkind Ingolstadt in der Favoritenrolle

Am kommenden Spieltag (Samstag, 13.30 Uhr) wartet allerdings eine Begegnung, in der die Rollen klar verteilt sind. Dort der favorisierte Tabellenzweite aus Südhessen - und auf der anderen Seite Schlusslicht Ingolstadt. "Die Mannschaft hat in der Vorrunde eine Riesenmesslatte gelegt", sagte Lieberknecht über seine 98er.

Der Trainer kündigte an: "Wir wollen uns auf das Spiel in Ingolstadt gut vorbereiten. Die vielen Dinge, die nun von außen reingetragen werden und die man diskussionswürdig findet, wollen wir wegschieben." Mit einem "Sensationsprofi" und Leader wie Gjasula, der sich in Darmstadt äußert wohlfühlt, ist den Lilien auch dieser Schritt zuzutrauen.

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