Clemens Riedel vom SV Darmstadt 98

Clemens Riedel ist der Gewinner der noch jungen Saison beim SV Darmstadt 98. Der 18-Jährige kam in beiden Zweitliga-Spielen zum Einsatz. Die A-Junioren will der Jung-Profi deshalb aber nicht aus den Augen verlieren.

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Clemens Riedel vom SV Darmstadt 98
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Clemens Riedel hat zuletzt viel Lob eingeheimst: vom Trainer, von Journalisten und von seinen Mitspielern. Der 18 Jahre alte Innenverteidiger hat es sich verdient. Nach seinem Zweitliga-Debüt gegen Regensburg folgte am Freitag in Karlsruhe das Startelf-Debüt für Riedel. Abwehrkante Lasse Sobiech bescheinigte seinem jungen Nebenmann im Anschluss an das Spiel eine gesunde Portion Selbstvertrauen. Das sei allerdings nicht seine charakteristischste Eigenschaft, sagte der Youngster am Dienstag in einer Medienrunde.

Riedel sucht derzeit die richtige Mitte zwischen Euphorie und Understatement. "Das ist ein unbeschreibliches Gefühl", sagt der emotionale Riedel – der, der soeben mit 18 Jahren als erster A-Jugendlicher seit Jahren in der Startaufstellung des SV Darmstadt 98 gestanden hat. "Das war es schon beim Debüt gegen Regensburg, aber jetzt nochmal in der Startaufstellung zu stehen… das hat sich auf jeden Fall gut angefühlt."

Nur nichts überstürzen

Und dann ist da der andere 18-Jährige, der genau weiß, dass eine Schwalbe (nicht im fußballerischen Sinne) noch lange keinen Sommer macht. "Ich bin schon selbstbewusst", entgegnet dieser bescheidene Riedel dem Lob seines Mannschaftskollegen, "aber man muss auch am Boden bleiben und nichts überstürzen".

Der 18-Jährige ist einfach dankbar, dass er seine ersten Profiminuten erleben durfte. Riedel versucht, bei den Profis so viel mitzunehmen und aufzusaugen wie nur möglich. "In jedem Training Gas geben", hat sich der Verteidiger vorgenommen, der vor zwei Jahren von der TSG Wieseck zum Darmstädter Nachwuchs stieß. Das kam bei Trainer Torsten Lieberknecht an.

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Lieberknecht nimmt den Nachwuchs mit

Natürlich darf nicht verschwiegen werden, dass die Corona-Welle zu Saisonbeginn einen möglichen Einsatz der Nachwuchskräfte wahrscheinlicher gemacht hat. Alleine aus der Not heraus kam Riedel aber definitiv nicht zum Einsatz.

Lieberknecht gilt schon lange als ein Förderer junger Talente. Auch in Darmstadt tut er alles dafür, dass sich der Nachwuchs wohlfühlt. "Torsten und Ovid (Hajou, Anm. d. Red.) als Co-Trainer wollen uns bei jeder Übung alles erklären. Die nehmen einen auch nach dem Training nochmal zur Seite und erklären einem, was man besser machen kann", erzählt Riedel. Das gibt dem Nachwuchs das Gefühl, wichtig zu sein und wirklich dazuzugehören.

Torsten Lieberknecht hat die A-Junioren der Lilien um sich versammelt.

Zwischen A-Jugend und zweiter Liga

In puncto "dazugehören" schlagen übrigens auch zwei Herzen in Riedels Brust. Denn nur weil er jetzt zwei Spiele bei den Profis bestritten hat, will er seine alten Kollegen von der U19 nicht vergessen. "Ich bin noch spielberechtigt für die A-Jugend und will mit dem Team auch viel erreichen", sagt er.

In der zweiten Liga lautet die Devise: "Das Beste rausholen, was geht." Macht er so weiter wie bisher, werden das bestimmt noch ein paar mehr als die bisherigen zwei Saisonspiele.