SV Darmstadt 98 Jubel Fans Bremen

Der SV Darmstadt 98 fegt vor einem pickepacke vollen Böllenfalltor-Stadion über den SV Werder Bremen hinweg und feiert einen fast perfekten Sieg. Wenn es da nicht einen bitteren Beigeschmack gäbe.

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Luca Pfeiffer hatte mehrere Möglichkeiten zur Auswahl: Sei es der eigene Doppelpack, der zweite Lilien-Sieg in Folge, der Sieg gegen einen Bundesliga-Absteiger oder ein pickepackevolles Böllenfalltor-Stadion. Doch Pfeiffer, nach seinem persönlichen Highlight befragt, entschied sich nach dem 3:0-Triumph des SV Darmstadt 98 über Werder Bremen für etwas anderes: "Am besten hat mir heute das 1:0 von Fabian Holland gefallen. Das war ein Traumtor." Es war insgesamt ein (fast) perfekter Lilien-Tag.

Viele Fans hatten zuvor insgeheim davon geträumt, dass die Südhessen dem großen SV Werder - und damit Ex-Coach Markus Anfang - mindestens ein Bein stellen könnten. Dass es dann solch ein fulminanter 3:0-Erfolg werden würde, damit hätte niemand gerechnet. "Das war ein verdienter Sieg", analysierte Doppel-Torschütze Pfeiffer treffend.

Schmähungen gehen Lieberknecht zu weit

Dass dieser vor 13.000 Zuschauern am "Bölle" gelang, war das i-Tüpfelchen auf den Tag. "Mit den Fans im Rücken spielt es sich leichter. Das pusht uns", betonte Pfeiffer. Genau diese Zuschauer sorgten aber auch für den Makel des Tages.

Dass sie Ex-Coach Anfang, der erstmals seit seinem geräuschvollen Abang im Sommer zurück nach Südhessen kehrte, nicht mit Blumen empfangen würden, war allen bewusst. Dass der ehemalige Darmstädter Trainer aber Schmähungen der übelsten Sorte ertragen musste, ging auch den Lilien-Verantwortlichen zu weit.

"Ein paar Sachen haben mir nicht gefallen"

"Es gab ein paar Unmutsäußerungen, bei denen ich sage, dass Markus das nicht verdient hat", erklärte Anfangs Nachfolger Torsten Lieberknecht nach der Partie. "Ein paar Sachen haben mir nicht gefallen." Das sah sein Kapitän Holland ähnlich: "Natürlich fällt die eine oder andere Sache, die nicht sein muss."

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Fabian Holland trifft zum 1:0 gegen Werder.
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Und überhaupt, so Lieberknecht weiter, sei das doch alles kein typisches Darmstädter Verhalten. "Es passt eigentlich nicht zu den Lilien-Fans", betonte er. Gefeiert wurde nach Hollands Traumtor und Pfeiffers Doppelpack dennoch mit dem zahlreichen eigenen Anhang. Wenn auch mit kleinem Beigeschmack.

Schwieriger Moment für den Lilien-Coach

"Es war ein schwieriger Moment, weil ich um die Situation weiß, die Markus hier hatte", erklärte Lieberknecht. "Ich habe mich gefragt, ob ich hin soll. Aber es war ein schöner Moment." Auch wenn der fast perfekte Darmstädter Sonntag eben einen kleinen Makel hatte.