SV Darmstadt 98 FC St. Pauli

Der SV Darmstadt 98 hat das wichtige Spiel beim FC St. Pauli verloren - mit allem Negativen, was die Lilien seit einiger Zeit begleitet. Besonders die letzte Szene des Spiels steht dafür exemplarisch.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wilder Ritt auf St. Pauli: Burgstaller bestraft die Lilien

SV Darmstadt 98 St. Pauli Burgstaller
Ende des Audiobeitrags

Es war nicht zu verstehen, zum Haareraufen, zum Verrücktwerden - schlicht nicht zu glauben. Nein, der Ball war nicht hinter der Linie. Nein, der Ausgleich ist tatsächlich nicht gefallen. Ja, der SV Darmstadt 98 hatte gerade, genau in diesem Moment, tatsächlich nach einem furiosen Fußballspiel beim direkten Tabellennachbarn FC St. Pauli mit 2:3 (0:1) verloren. Und genau diese letzte, die Wiederholung sei verziehen, unglaubliche Szene verhinderte den verdienten südhessischen Ausgleich in der Hansestadt. Es war das ganze Lilien-Leid in einer Freistoßsituation.

Der Ball will nicht rein

Es lief die vierte Minute der Nachspielzeit in Hamburg. Die Lilien lagen zurück, warfen noch einmal alles nach vorne. Selbst Keeper Marcel Schuhen hielt es nicht im eigenen Kasten, er stürmte mit nach vorne. Fabian Schnellhardt trat zur Ecke an, nach reichlich Kuddelmuddel kam Lars Lukas Mai an den Ball und hielt drauf, Sebastian Ohlsson klärte noch auf der Linie. Erste Chance vertan.

Aber es ging noch weiter: Der Ball war längst nicht aus der Gefahrenzone. Immanuel Höhn kam an die Kugel - etwa einen Meter vor der Torlinie - und traf nach abgefälschtem Schuss tatsächlich nur die Latte. Unfassbarerweise war der Ball immer noch nicht im Hamburger Tor. Zweite Chance vertan.

Doch damit nicht genug: Der eingewechselte Erich Berko kam an den Abpraller, einen Meter vor der Linie, traf den Ball aber nicht richtig und konnte ihn ebenfalls nicht über die Linie drücken. Das Lilien-Leid dieser Partie war perfekt.

Dursun: "Wahnsinn"

"Die letzte Aktion beschreibt dann nochmal unsere Situation: Der Ball wollte einfach nicht reingehen", sagte Lilien-Coach Markus Anfang hinterher mit aller Ernüchterung. Stürmer Serdar Dursun war völlig konsterniert: "Ich habe viele Spiele auf meinem Buckel, aber so viel Pech in den letzten Minuten habe ich noch nie erlebt. Wahnsinn."

Dabei hatten die Lilien sich stark in die Partie zurückgekämpft: Nach relativ unspektakulären 25 Minuten gingen die Hamburger durch Guido Burgstaller in Führung, konnten in der 62. Minute durch Omar Marmoush sogar erhöhen. Und Darmstadt 98? Ließ sich davon nicht aus der Bahn bringen, glich durch Tim Skarke (64.) und Dursun (66.) nicht nur postwendend aus - sondern hatte auch im Anschluss mehrere gute Möglichkeiten, die Führung zu erzielen. "Ein Punkt wäre das Mindeste gewesen", sagte Anfang nach dem Spiel. "Ich finde, dass wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben."

Es waren allerdings die Gastgeber, die sich kurz vor Schluss den Dreier krallen konnten. Burgstaller war zur Stelle und traf zum 2:3 aus südhessischer Sicht. Eine Führung, die bis zum Schluss hielt und auch die irre letzte Szene überstand. Dass Darmstadt im Spielverlauf gleich mehrere Lattentreffer zu verzeichnen hatte, passte ins Bild.

Last-Minute-Gegentor, spätes Pokal-Aus, kurioses Eigentor

Das Pech zieht sich bei Darmstadt 98 durch die Saison. Alleine in den vergangenen Wochen haderte man in Südhessen mehrfach mit dem Fußball-Schicksal: In Regensburg gaben die Lilien in letzter Sekunde zwei wertvolle Punkte aus der Hand. Im Pokal bei den favorisierten Kielern kämpfte sich das Team bis ins Elfmeterschießen und unterlag knapp. Negativer Höhepunkt war das kuriose Eigentor von Nicolai Rapp gegen Nürnberg. Das Spiel in Hamburg reiht sich nun nahtlos ein.

Die Lilien könnten in der Tabelle längst aus dem Gröbsten raus sein, müssen ihren Blick bei fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz jetzt aber wieder nach unten richten. Und im kommenden Heimspiel gegen Karlsruhe (Freitag, 18.30 Uhr) soll das Glück dann auch endlich mal wieder auf Seiten der 98er sein.