Marcel Schuhen vom SV Darmstadt 98

Die ersten sechs Monate von Lilien-Keeper Marcel Schuhen im Trikot des SV Darmstadt 98 waren reichlich turbulent. Der Towart spricht seine eigenen Fehler offen an, erzählt aber auch vom Vertrauen seines Trainers.

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Marcel Schuhen HR still
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Die Fußstapfen, das war Marcel Schuhen von vornherein klar, waren groß. Immerhin sollte der Sommer-Neuzugang des SV Darmstadt 98 den zum HSV abgewanderten Daniel Heuer Fernandes ersetzen. Keine leichte Aufgabe für den Keeper. Dass das erste Halbjahr für den Torwart aber eine derartige Berg- und Talfahrt werden würde, war nicht abzusehen. Was Schuhen alles erlebte, reicht gut und gerne für mehrere Spielzeiten - es stärkte aber auch gleichzeitig sein Vertrauen in seinen Trainer.

"Nach den ersten zwei Zu-Null-Spielen hatte ich erst einmal eine kleine Leistungsdelle", sagt der Lilien-Keeper im Gespräch mit dem hr-sport im Trainingslager ehrlich. Was er meint: Sowohl gegen Greuther Fürth als auch gegen Jahn Regensburg patzte der Schlussmann folgenschwer. "Bei Torhütern sind solche einzelnen Situationen dann sofort Tore."

Patzer kostet Sieg gegen Regensburg

Fehler, die eine Vorgeschichte haben. Also der Reihe nach: Nachdem der mittlerweile 27-Jährige im Sommer aus Sandhausen nach Südhessen wechselte, stand er gerade mal ein Spiel im Tor, bis er sich im Training den Arm brach und wochenlang ausfiel. Ein Fehlstart nach Maß - aus persönlicher Sicht. Vertreten wurde er von Florian Stritzel, erst am 10. Spieltag stand Schuhen wieder im Tor.

Nur: Gut lief es nicht wirklich. Durch seinen Patzer beim 2:2 gegen Regensburg verschenkten die Lilien den sicher geglaubten Sieg. Schuhen will die Fehler nicht klein reden, fügt aber auch hinzu: "Das passiert oftmals Spielern, die raus waren mit einer Verletzung." Für manche wäre eine solche Patzer-Serie der Beginn einer Phase des etwas intensiveren Grübelns. Nicht bei Schuhen. "Da muss man einfach ruhig bleiben", so der Keeper der Darmstädter.

"Das hat die Bindung zum Trainer gestärkt"

Ruhig blieb nicht nur Schuhen. Auch das Trainerteam, allen voran Chefcoach Dimitrios Grammozis, hielten zum neuen Schlussmann. "Ich hatte großen Rückhalt", berichtet er. Zweifel an ihm gab es auch in dieser schwierigen Zeit nicht. "Dimi hat nie eine Diskussion aufkommen lassen." So etwas verbindet. "Das hat mich stolz gemacht. Zudem hat das die Bindung zum Trainer gestärkt", verrät Schuhen.

Das alles half. Besonders im Schlussspurt entwickelte sich die Nummer eins der Südhessen zum wichtigen Faktor in der Defensive. Zu der Berg- und Talfahrt des Marcel Schuhen gehört auch das. Vielleicht wird es ja in den verbleibenden Spielen etwas gleichmäßiger. Und wenn nicht, weiß der Lilien-Keeper seinen Trainer in jedem Fall an seiner Seite.