Markus Anfang

Lilien-Trainer Markus Anfang soll sich mit Werder Bremen bereits einig gewesen sein. Doch ein Taktikfehler des Absteigers und die Unnachgiebigkeit von Darmstadt 98 könnten einen Wechsel an die Weser verhindert haben.

Nach der Saison einfach mal durchatmen, am Großen Woog in der Sonne liegen – und das ganz ohne Sorgen um den Herzensclub. So dürften sich Fans von Darmstadt 98 die Sommerpause vorgestellt haben, schließlich haben sich die Lilien mit einem starken Schlussspurt von sieben Spielen ohne Niederlage auf Tabellenrang sieben aus der Zweitliga-Saison verabschiedet. Mit der Erholung aber war es in den vergangenen Tagen vorbei, denn plötzlich hieß es trotz Sonne wieder Zittern – diesmal allerdings um Trainer Markus Anfang.

Dabei hat der Coach am Böllenfalltor eigentlich einen Vertrag bis Sommer 2022. Eigentlich. Denn am Montag meldeten mehrere Medien übereinstimmend, Anfang sei sich mit Werder Bremen bereits einig. Einziger Knackpunkt sei nur noch das Thema Ablösesumme gewesen. Für die Fans dürfte das zwischen Freibadpommes und Sonnencreme durchaus überraschend gekommen sein.

Kein Kommentar

Schließlich hatte sich der Club um Präsident Rüdiger Fritsch in den vergangenen Tagen betont entspannt gegeben. Noch am vergangenen Mittwoch hatte Fritsch in einer Medienrunde gesagt: "Wenn Sie mich jetzt immer anrufen wollen, wenn irgendwo im Internet irgendwas steht, dann haben wir in den nächsten vier Wochen eine Standleitung."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fritsch zu Gerüchten um Anfang: "Was soll ich dazu sagen? Nichts!"

Rüdiger Fritsch
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Um das zu vermeiden, legten die Lilien am Wochenende nach – schriftlich: "Wir kommentieren weiterhin keine Medienberichte. Auch an der bereits kommunizierten grundsätzlichen Haltung des SV98 zur Arbeit von und Weiterarbeit mit Markus Anfang hat sich nichts geändert." Zumindest aus Sicht des Clubs.

Bremer Taktikfehler

Bei Anfang selbst scheint das anders zu sein – der soll sich am Montag zunächst laut Deichstube mit Werder einig gewesen sein. Die Bremer wiederum sollen, so berichtet der kicker, den künftigen Ligakonkurrenten aus Darmstadt darüber "in Kenntnis gesetzt" haben, nachdem die Einigung mit dem Coach erzielt war.

Am Böllenfalltor soll das Vorgehen für Irritationen gesorgt haben. Absprachen über die Rahmenbedingungen für einen möglichen Wechsel soll es zuvor nicht gegeben haben. Stattdessen ein Angebot, das in Darmstadt als "Frechheit" aufgefasst wurde, so der kicker weiter. 200.000 Euro sei Werder demnach bereit gewesen, für Anfang zu zahlen.

Kein Wechsel?

Die Lilien sollen mit einer "absolut marktgerechten Forderung" reagiert haben. Die ohnehin klammen Bremer sollen daraufhin Abstand von einer Verpflichtung Anfangs genommen haben. Kommentieren wollten die Darmstädter die aktuellen Entwicklungen auf Anfrage des hr-sports bisher nicht. Auch der SVW wollte sich gegenüber Radio Bremen nicht äußern. Für die Lilien-Fans dürfte es also vielleicht doch keine ganz so entspannte Sommerpause werden – wenn sie am Großen Woog weiter die Nachrichten rund um ihren Verein checken.