Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis muss den Darmstädter Umbruch moderieren und seine Startformation für die Zweitliga-Saison finden. Bild © Imago Images

Mit vielen neuen Spielern und einem noch immer frischen Trainer gehen die Lilien in die Zweitligasaison. Mit dem Abstieg wollen sie nichts zu tun haben, die Zeichen dafür stehen gut.

So lief die letzte Saison

Blickt man auf die letztjährige Abschlusstabelle der Zweiten Liga, ist alles eitel Sonnenschein. Ein solider zehnter Platz für die Lilien, 46 Punkte, 45 Tore und 53 Gegentore. Alles ganz entspannt also? Mitnichten. Denn hinter den Hessen liegt eine gelinde gesagt arg wechselhafte Saison.

Das ganze Drama der Darmstädter Spielzeit offenbart ein Blick auf die Hin- und Rückrundentabelle. Nach 17 Spieltagen belegten die Darmstädter, damals noch unter Ex-Coach Dirk Schuster, den 13. Platz. Die Offensive lahmte, die Defensive bröckelte und nach nur einem Sieg aus seinen letzten zehn Spielen und einem blutleeren 1:1 in Sandhausen war für Schuster nach dem 22. Spieltag Schluss. Profitrainer-Neuling Dimitrios Grammozis übernahm die abstiegsbedrohten Lilien, krempelte die Spielidee um und führte das Team schnurstracks aus dem Abstiegssumpf und auf Tabellenplatz fünf der Rückrundentabelle. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

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Wer kommt, wer geht?

"Wir hatten schon im Vorfeld eine erfahrene Mannschaft, jetzt bauen wir die jungen, hungrigen Spieler bewusst mit ein", sagte Lilien-Sportchef Carsten Wehlmann zu Beginn der Saisonvorbereitung. Der dabei entstandene Umbruch ist allerdings doch ziemlich groß ausgefallen. Rechnet man die Leih-Rückkehrer mit ein, haben die Lilien 14 Neuzugänge, denen 15 Abgänge gegenüber stehen.

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Grammozis und Wehlmann

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Der Trend zur Verjüngung ist dabei unverkennbar. Erfahrene Profis wie Sandro Sirigu gingen ihrer Wege, junge, hungrige Spieler heuerten an. Schwer dürfte der Verlust von Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes wiegen, den es zum HSV zog. Mit Marcel Schuhen (SV Sandhausen) steht allerdings ein ordentlicher Ersatz bereit. Für Grammozis gilt es nun, die richtige Mischung zu finden. Klappt  das Experiment und Grammozis bringt die Erfahrung von Spielern wie Victor Pálsson oder Mathias Wittek mit der Unbekümmertheit der Neuzugänge Erich Berko (Dynamo Dresen), Tim Skarke (1. FC Heidenheim) oder auch Mathias Honsak (Red Bull Salzburg) zusammen, könnte bei den Lilien eine schlagkräftige Truppe auf dem Feld stehen, die sich eher nach oben denn nach unten orientieren darf.

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Honsak verletzt

Neuzugang Mathias Honsak hat sich im Testspiel gegen Vitesse Arnheim am Samstag verletzt und musste ausgewechselt werden. Ob und wie lange der 22-Jährige den Lilien fehlen wird, ist noch nicht klar.

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Besonderes Augenmerk gilt dabei den beiden Neuzugängen und potentiellen Schlüsselspielern Dario Dumic (FC Utrecht) und Honsak. Innenverteidiger Dumic war laut Wehlmann die Wunschlösung für die zentrale Defensive und soll eben diese stabilisieren. Mit Honsak kam ein talentierter, vielseitig einsetzbarer Offensivspieler, der unlängst für die österreichische U21-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft im Einsatz war. Hinzu kommt: Sowohl Honsak als auch Dumic absolvierten die vergangene Saison leihweise in der zweiten Bundesliga, bei Dynamo Dresden und Holstein Kiel, und werden keine Eingewöhnungsphase benötigen. "Ich bin sehr zufrieden mit der Kaderzusammenstellung", betont der Trainer vor dem Start.

Trainer Dimitrios Grammozis

Als Grammozis im Frühjahr von Schuster übernahm, drehte er die Spielweise der Lilien einmal auf links. Galt unter seinem Vorgänger noch die Prämisse: Hinten sicher stehen, vorne hilft Langholz oder ein Standard, wollte der neue Übungsleiter die spielerischen Elemente in den Vordergrund rücken. "Wenn wir den Ball haben, wollen wir Lösungen kreieren, uns nicht verstecken und mutig nach vorne spielen", so Grammozis kurz nach seinem Antritt.

Das gelang dem Ex-Bundesliga-Profi in Rekordzeit, auch weil er sich im Vorfeld intensiv mit dem Team auseinandergesetzt hatte und anhand akribischen Videostudiums "das spielerische Potential" der Mannschaft erkannte, das unter Schuster noch brachgelegen hatte. Kein Wunder also, dass ein Kreativspieler wie Marvin Mehlem unter Grammozis regelrecht aufblühte.

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Die erste Spielzeit im Profifußball, die eigentlich ja nur ein Drittel einer Saison war, verlief für Grammozis also überaus erfolgreich, davon zeugt auch sein Punkteschnitt von 1,82 pro Spiel. Nun gilt es für den 41-Jährigen in seiner ersten vollen Profisaison den Beweis seiner angedeuteten Klasse zu erbringen. Dem akribischen Arbeiter ist dies allemal zuzutrauen.

Die Erwartungen

Hinter dem SV Darmstadt 98 liegen zwei turbulente Jahre im Fußball-Unterhaus. Da wird es Zeit für etwas Ruhe. "Die letzten zwei Jahre waren nicht einfach für den Verein", weiß Grammozis und betont daher auch: "Wir wollen eine stabile Saison spielen." Ein Platz jenseits von Gut und Böse in der Tabelle dürfte den Südhessen wohl genügen.

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Die 2. Liga im Check

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Neben der Platzierung ist dem Lilien-Coach aber auch noch etwas anderes wichtig: "Wir wollen die Art und Weise, die diesen Verein auszeichnet, auf dem Platz zeigen." Der spielerische Aufwärtstrend der Rückrunde soll unter Grammozis fortgesetzt werden. Wenn das klappt, dürfte der tabellerischen Erwartung nichts im Wege stehen.

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Dimitrios Grammozis, Trainer vom SV Darmstadt 98

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