Thomas Isherwood stand zuletzt zweimal in der Startelf bei den Lilien.

Seit bald einem Jahr spielt Thomas Isherwood für den SV Darmstadt 98. Seit Wochen arbeitet der Abwehrmann hart an seinem Durchbruch. Die Rückkehr nach Deutschland war für den früheren Jugendspieler des FC Bayern München das große Ziel.

Als die Chance bei Darmstadt 98 kam, da packte Thomas Isherwood entschlossen zu und wusste sofort zu überzeugen. Einer Einwechslung beim 1. FC Heidenheim folgten die Startelfeinsätze in Sandhausen und gegen Werder Bremen. In diesen beiden Partien gab es zwei deutliche Siege der Lilien und nur einen Gegentreffer. Der Abwehrmann glänzte dabei nicht nur hinten, vorne war er auch einmal als Vorlagengeber beteiligt. Doch wer ist der Mann, der im vergangenen Winter bei den Lilien anheuerte und jetzt erst seine ersten Zweitligapartien als Startelfspieler absolvierte?

Isherwood wechselte mit 17 in die Jugendabteilung des FC Bayern

Im Sommer 2015 zog es Isherwood aus der schwedischen Heimat in die U19 des FC Bayern München. Der damalige Scout Björn Andersson entdeckte den Innenverteidiger in der U-Nationalmannschaft und lotste ihn ins Internat des deutschen Rekordmeisters. "Ich hatte ein Probetraining beim FC Bayern. Es hat ihnen gefallen, was sie gesehen haben. Ich bin dann nach Deutschland gezogen", verrät Isherwood.

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Ohne Familie fügte sich der Abwehrmann mit damals 17 Jahren aber rasant ein in der neuen Umgebung, wenngleich es für Profieinsätze in den drei Jahren in München nicht reichen sollte. Isherwood hegt deshalb keinen Groll, der Schwede hat eine sehr realistische Selbst-Einschätzung: "Natürlich hast du als junger Spieler große Träume. Aber sie waren sehr ehrlich beim FC Bayern. Es gibt nicht den einen Weg im Fußball nach ganz oben."

Nur ein halbes Jahr in Bradford

Nach drei Jahren in München ging es für den Innenverteidiger weiter in Richtung England, wo er in der zweiten Liga bei Bradford City erste Erfahrungen in einem Profiteam sammelte. Der deutsche Besitzer Edin Rahic hatte Isherwood geholt, der Durchbruch gelang ihm dort freilich nicht. Dennoch blickt er positiv auf dieses halbe Jahr zurück: "Ich habe dort gelernt, dass jedes Spiel wie ein Finale ist. Die Partien werden hochseriös angegangen. Es war eine echte Herausforderung, vor allem physisch."

Angekurbelt hat Isherwood seine Karriere aber erst wieder in schwedischen ersten Liga bei Östersund, wo er Stammspieler war und in zwei Jahren 47 Partien absolvierte. Doch über allem stand eine Sache: "Die Rückkehr nach Deutschland war nach der Zeit beim FC Bayern immer mein größter Traum." Das Angebot der Darmstädter kam daher zum richtigen Zeitpunkt, die Entscheidung für den Sprung zu den Südhessen fiel ihm leicht.

Isherwood vertritt Lasse Sobiech

Inzwischen hat der knallhart agierende Innenverteidiger seine muskulären Probleme aus der Sommervorbereitung hinter sich gelassen und Anschluss gefunden. Da Lasse Sobiech weiterhin ausfällt, wird Trainer Torsten Lieberknecht höchstwahrscheinlich auch in Kiel (Samstag/13.30 Uhr) auf Isherwood setzen. Bislang hat der 23-Jährige jedenfalls zurückgezahlt und gezeigt, dass mit ihm durchaus zu rechnen ist.