Tobias Kempe ist nach insgesamt fast sechs Jahren ein Gesicht von Darmstadt 98. Der 31-Jährige schließt ein Karriereende bei den Südhessen nicht aus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kempe: "Vielleicht beende ich meine Karriere in Darmstadt"

Tobias Kempe fühlt sich in Darmstadt pudelwohl.
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Der Name Tobias Kempe ist inzwischen ganz eng mit Darmstadt 98 verbunden. 2015 sorgte sein Freistoßtor für den Aufstieg in die Bundesliga, seit seiner Rückkehr nach einem Jahr beim 1. FC Nürnberg ist der mittlerweile 31-Jährige seit 2017 unumstrittener Leistungsträger und Publikumsliebling - ein echtes Gesicht des Vereins also.

Kempe mit Liebesbekenntnis

Und wenn es nach Kempe geht, dann wird sich in seiner Karriere daran auch nicht mehr sonderlich viel ändern. "Ich muss nicht unbedingt weg aus Darmstadt", stellte der Mittelfeldspieler in einer Medienrunde klar. Er bekannte sich vollumfänglich zu den Lilien, bei denen er noch bis 2023 unter Vertrag steht: "In Deutschland will ich für keinen anderen Klub mehr spielen. Ich habe meine Liebe gefunden."

Es sind offene Worte, die es im Profi-Business in dieser Art und Weise nur selten gibt. Sein Bruder Dennis Kempe spielt inzwischen für Wehen Wiesbaden, wohnt also ganz in der Nähe. Ob Tobias Kempe noch einmal ein Abenteuer wagt, wollte er natürlich nicht ganz ausschließen: "Man weiß nie, ob eine Aufgabe im Ausland kommen wird." Diese Aussage ist allerdings mit dem branchenüblichen Hintertürchen nicht zu vergleichen.

Bankplatz? Kempe bleibt ganz gelassen

Kempe zählt dabei auch nicht zu der Sorte Profi, die sich kurzfristig von einem Bankplatz aus der Ruhe bringen lassen und deshalb auf Tauchstation gehen oder für Ärger sorgen. "Es war eine Phase, wo ich eine Pause gebraucht habe", ordnete Kempe die persönliche Lage ein. Seinen Wert für das Team hat er auch unter Trainer Markus Anfang mit acht Treffern und sieben Vorlagen konstant unter Beweis gestellt.

Die Mannschaft hatte in den vergangenen drei Partien mit ihm in der Rolle als Einwechselspieler sieben Punkte geholt. Anfang habe daher keine Gründe gehabt, etwas zu verändern. Verständlich für ihn, da es um wertvolle Zähler ging, ein Abrutschen in den roten Tabellenbereich so vermieden werden konnte.

Erinnerungen an ein emotionales Duell gegen Düsseldorf

Ob Kempe nach der Länderspielpause am Ostersonntag gegen Fortuna Düsseldorf in die erste Elf reinrutschen wird, ist aber noch unklar. Dabei ist sein Name mit einem wichtigen Sieg gegen diesen Gegner verbunden. Vor ziemlich genau drei Jahren hatten die Lilien ein Schlüsselspiel im Abstiegskampf, als sie den damaligen Tabellenführer und späteren Aufsteiger 1:0 besiegen konnten. Torschütze: Kempe!

Er hat den Anhängern in der Vergangenheit schon einige besondere und hochemotionale Momente geschenkt. Die Bindung zwischen Kempe und den Fans ist eng, sie fehlen ihm in dieser Coronakrise: "Es ist zur Zeit nicht der Fall, dass sie uns im Stadion das Charisma und die Power geben können - leider."

Kempe vermisst die Fans - und zwar nicht nur die eigenen

Es sei etwa eine schöne Aktion gewesen, dass die Fans den Spielern zuletzt T-Shirts mitgegeben und damit gezeigt hätten, dass sie an die Mannschaft denken: "Das war eine geile Aktion, die uns richtig Power gibt. Sie halten zu uns und man merkt, dass sie da sind, obwohl niemand ins Stadion darf."

Doch auch der gegnerische Anhang ist für Kempe wichtig: "Dafür bist du doch Fußball-Profi geworden. Vor ausverkauftem Haus von gegnerischen Fans ausgepfiffen zu werden, wenn du eine Ecke schlägst - das fehlt." Man müsse die Lage inmitten der Pandemie natürlich akzeptieren. Doch die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr der Fans in die Stadien, sie lebt bei allen Beteiligten.