Morten Behrens vom SV Darmstadt 98

Weil der letztjährige Stammkeeper Marcel Schuhen in Corona-Quarantäne steckt, ist Neuzugang Morten Behrens derzeit die Nummer eins bei Darmstadt 98. Ob er das bleibt, ist unklar. Kampflos wird er seinen Posten aber nicht räumen.

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Darmstadt-Regensburg
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Beim SV Darmstadt 98 ging es in der vergangenen Woche zu wie bei einem Kreisligisten am Wochenende der örtlichen Kerb. Die Anzahl der einsatzfähigen Spieler verringerte sich quasi minütlich, die Arbeit von Torsten Lieberknecht vor der Partie gegen Jahn Regensburg (0:2) glich eher der eines Mängelverwalters denn eines Fußball-Trainers. "Mitte der Woche war plötzlich die Hälfte des Teams weg. Die Mannschaft hat sich von selbst aufgestellt", fasste Torhüter Morten Behrens die verrückten Tage in Südhessen zusammen.

Aber der Reihe nach: Nachdem bei einer PCR-Testung am Mittwoch die drei Lilien-Profis Patric Pfeiffer, Braydon Manu und Frank Ronstadt positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt worden waren, mussten sich am Freitag auf Anordnung des Gesundheitsamts fünf weitere Spieler in häusliche Isolation begeben. Ihr Problem: Trotz eines umfassenden Impfangebots von Darmstadt 98 an alle Angestellten konnte dieses Quintett den entscheidenden Pieks noch nicht vorweisen und wurde vom Spielbetrieb vorübergehend ausgeschlossen. Pech für das Team, Glück für Behrens.

Corona verhilft Behrens zum Debüt

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Audioseite Behrens: "Ganz vernünftiger Einstand"

Torwart Morten Behrens
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Der doppelt geimpfte Neuzugang, der vor der Saison vom Drittligisten 1. FC Magdeburg ans Böllenfalltor gewechselt war und sich mit Marcel Schuhen um den Platz zwischen den Pfosten duellieren sollte, rutschte kampflos in die erste Elf. Während Behrens gegen Regensburg sein Zweitliga-Debüt feierte, saß der ungeimpfte Schuhen in der eigenen Wohnung fest und konnte maximal ein par Kilometer auf dem Heimtrainer strampeln oder Gewichte stemmen. Die Entscheidung über den Stammkeeper traf letztlich nicht Coach Lieberknecht. Die Entscheidung traf die Pandemie.

"Als die Nicht-Geimpften in Quarantäne mussten, war klar, dass ich spiele", so Behrens. Das geplante Sechs-Augen-Gespräch mit Lieberknecht, Behrens und Schuhen fand nicht in der geplanten Form statt, die Ernennung zur neuen Nummer eins ergab sich aus den besonderen Umständen. Schuhen raus, Behrens rein. "Für die Jungs in Quarantäne tut es mir leid. Ich habe mich aber gefreut, dass ich spielen konnte", so Behrens, der in der Jugend des Hamburger SV groß wurde und sich in den vergangenen beiden Jahren mit insgesamt 67 Drittliga-Spielen für höhere Aufgaben empfohlen hatte.

Behrens liegt im Duell mit Schuhen vorne

Die Niederlage der Darmstädter Rumpftruppe gegen Regensburg konnte zwar auch Behrens dann nicht verhindern. Bis auf ein kleines Missverständnis mit seinen Vorderleuten in der Schlussphase des Spiels machte der 24-Jährige aber eine gute Figur und verlieh der wild zusammengewürfelten Mannschaft zumindest etwas Sicherheit. "Ich bin mit mir selbst zufrieden. Für mich persönlich war das ein vernünftiger Einstand", lieferte Behrens eine angemessene und richtige Analyse der eigenen Leistung.

Ob das jedoch reicht, um Schuhen dauerhaft in die Reserverolle zu verdrängen, ist derzeit noch unklar. Herausforderer Behrens ist aktuell im Corona-Vorteil und hält alle Trümpfe in der Hand. Endgültig entschieden ist der Torhüter-Zweikampf aber noch nicht. "Ich habe immer gesagt, dass ich spielen möchte. Jetzt versuche ich, gute Leistungen zu bringen und dem Trainer die Entscheidung abzunehmen."

Die nächste Möglichkeit dazu hat Behrens bereits am Freitag (18.30 Uhr) beim Karlsruher SC. Auch dort wird sich das Darmstädter Team aufgrund der coronabedingten Ausfall-Flut nämlich noch einmal von ganz alleine aufstellen und Behrens zu seinem zweiten Zweitliga-Einsatz kommen. Es könnten weitere folgen.

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