Matthias Bader

Wenn Darmstadt 98 am Samstag den Tabellenführer FC St. Pauli empfängt, treffen die Ballermänner der 2. Bundesliga aufeinander. Lilien-Verteidiger Matthias Bader träumt schon jetzt vom Maximalen. Wenn er denn zum Träumen kommt.

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Audioseite Bader: "...dann unterschreibt man eben schon im November"

Matthias Bader von Darmstadt 98
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Alles hat man als Spieler der Mannschaft der Stunde in der 2. Bundesliga dann doch nicht im Griff. Matthias Bader, der Rechtsverteidiger von Darmstadt 98, hat schlecht geschlafen. Grund war nicht das bevorstehende Topspiel gegen den FC St. Pauli (Samstag, 13.30 Uhr), sondern der Nachwuchs. Mit einer dreimonatigen Tochter daheim läuft das mit dem Schlafen nachts nicht immer so, wie man sich das vorstellt.

Ansonsten geht es Bader jedoch so gut wie wahrscheinlich noch nie in seinem Fußballer-Leben. Gerade hat er bei den Lilien den neuen Vertrag bis 2025 unterschrieben, da freut er sich schon auf das Spitzenspiel gegen St. Pauli. Viel mehr geht nicht. Warum er seinen Vertrag denn so früh in der Saison verlängert hat und nicht auf ein eventuelles Erstliga-Angebot spekuliert habe, wurde Bader in einer Presserunde gefragt. "Warum gehen, wenn alles passt?", war seine entwaffnend einfache Antwort.

Ein überraschendes Angebot nach zwei bitteren Niederlagen

Bereits Anfang August war der neue Darmstädter Trainer Torsten Lieberknecht auf ihn zugekommen, erinnert sich Bader. Was Lieberknecht ihm damals sagte, habe ihn schon überrascht. Positiv überrascht. Denn gespielt waren da gerade einmal zwei Begegnungen in der noch neuen Saison. Und beide hatten die Corona-Quarantäne-geplagten Darmstädter klar und deutlich verloren. "Der Trainer sagte, dass ihm Kontinuität im Team wichtig sei, dass ich ihn überzeugt habe und er mit mir länger planen wolle."

Bader war sofort Feuer und Flamme. "Man hat einfach schon gemerkt, dass da etwas zusammenwachsen kann." Genau das hatte Bader gesucht. Ein Verein, zum Bleiben. Nach für ihn unglücklich verlaufenen eineinhalb Jahren beim 1. FC Köln spürte Bader in Darmstadt von Anfang an das Vertrauen. "In der zweiten Liga ist Darmstadt 98 die beste Adresse im Moment." Die Atmosphäre in der Kabine sei sensationell.

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Der große Traum

Unter Lieberknecht wurde Bader zum Stammspieler, stand in 12 von 13 Partien in der Startelf. So soll es in den kommenden weitergehen. "So viele Spiele wie möglich machen" ist sein Ziel. Und den Stammplatz als Rechtsverteidiger am liebsten in den nächsten dreieinhalb Jahren nicht mehr hergeben. "Einfach das Maximum rausholen." Bei "Maximum" könnte man auch an den Bundesliga-Aufstieg denken.

"Der Traum jedes Fußballers ist natürlich, in der ersten Liga zu spielen", sagt Bader, um das Thema dann sofort wieder einzufangen. Man wisse ja, wie die Tabelle aussieht und dass man mit zwei Niederlagen - übertrieben gesagt - gleich 15 Tabellenplätze nach unten rutschen könne. "Von daher machen wir uns da jetzt keinen Stress."

Dieses "sich keinen Stress machen" scheint auch auf dem Platz das Darmstädter Erfolgs-Rezept zu sein. "Auch nach Gegentoren haben wir eine Lockerheit, dass wir nicht zusammenfallen, sondern einfach unseren Fußball weiterspielen."

Spektakel gegen St. Pauli?

Die Freude vor dem Spiel gegen St. Pauli ist riesig. Gibt es ein großes Spektakel? Schließlich treffen die offensivstärksten Mannschaften der vergangenen Wochen aufeinander. Die Hamburger mit 15 Toren in den vergangenen fünf Spielen, Darmstadt sogar mit 16. Das kann sonst niemand in der Liga vorweisen. Doch Bader läst sich von der Euphorie nicht mitreißen.

"Das Spiel gegen Pauli wird auch viel durch Taktik geprägt sein, damit man das gute Offensiv-Spiel des Gegners unterbindet." Deshalb glaubt er nicht, dass es ein Spektakel geben werde. Bader und seine defensiven Nebenleute werden gegen die torgefährlichen Spieler von St. Pauli einiges zu tun bekommen: "Wir müssen auf deren Umschaltspiel aufpassen und auf die Stürmer Burgstaller und Makienok, die ja schon zwei Kanten sind." Doch St. Pauli sei auch nicht unschlagbar.

Die Darmstädter können sich auf ihre Fans verlassen. In der Stadt herrscht laut Bader eine echte Aufbruchstimmung. "Wir werden vor allem bei den Heimspielen jedes Mal 90 Minuten brutal unterstützt." Sollten die Lilien St. Pauli schlagen, winkt im Idealfall sogar die Tabellenführung. Und vielleicht hat dann auch die dreimonatige Tochter von Matthias Bader ein Einsehen und lässt ihren Papa in der Nacht von Freitag auf Samstag einmal durchschlafen. Ein wenig zumindest.