Braydon Manu mit Hut

Mittendrin im Jubel über den 2:1-Sieg von Darmstadt 98 beim FC St. Pauli flog Lilien-Spieler Braydon Manu fast vom Platz. Und das, obwohl er eh schon gesperrt war. Die Szene sagt auch viel über den Zusammenhalt im Team aus.

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Highlights: St. Pauli - Darmstadt

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Auf einmal war er da: Braydon Manu. Mitten in der Jubeltraube der Spieler von Darmstadt 98 nach dem 2:1-Sieg beim FC St. Pauli. Manu, der wegen einer Gelbsperre gar nicht im Kader stand, hatte das Spiel mit einem Kumpel auf der Haupttribüne des Millerntor-Stadions verfolgt, war danach über eine Werbebande zu seinen auf dem Platz feiernden Spielern gelangt.

Manu fiel Torwart Marcel Schuhen um den Hals, jubelte mit Kapitän Fabian Holland. Dabei trug er sein blaues Heimtrikot mit der Nummer 33, während seine Mannschaftskollegen das weiße Auswärtstrikot anhatten. Zudem trug Manu - ganz trendy - einen olivfarbenen Anglerhut auf dem Kopf. Kurzum: Manu sah eher aus wie ein Fan, der vor Begeisterung auf den Rasen gelaufen war.

Fanden auch mehrere Security-Mitarbeiter des FC St. Pauli. Die waren sofort zur Stelle und wollten Manu des Platzes verweisen. Der verantwortliche Ordner - lustigerweise hatte auch dieser einen Anglerhut auf - wies Manu mit ausgestrecktem Arm den Weg.

Mannschaftskollegen "retteten" Manu

Doch Manu ging nicht. "Ich bin Spieler, ich gehöre dazu", versuchte er dem Ordner zu erklären. Da das wahrscheinlich auch ein geschickter Fan sagen würde, mussten ihm seine Kollegen zur Seite springen. Torwart Marcel Schuhen umarmte Manu, sagte: "Der ist ein Spieler von uns".

Braydon: „Ich gehör dazu!“ Schuh: „Das ist ein Spieler von uns.“ Kempe: „Der sieht zwar nicht so aus.“ 😂😂😂 So herrlich bekloppt diese Truppe 💙 #FCSPSVD #sv98 https://t.co/UYAHOrsMan

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Mittelfeldmann Tobias Kempe hatte Verständnis für die Verwirrung der St.Pauli-Ordner. Auch er bestätigte, dass Manu ein Spieler sei, konnte sich im Flachs aber nicht den Zusatz "auch wenn er nicht so aussieht" verkneifen. Für die Sicherheitskräfte war die Sache damit aus der Welt. Manu durfte auf dem Platz weiterfeiern. Inklusive Hüpfeinlage vor den 3.000 mitgereisten Fans.

Zusammengehörigkeitsgefühl macht Lilien im Aufstiegskampf stark

Darmstadt 98 ist wieder mittendrin im Kampf um einen der Aufstiegsplätze. Durch den Sieg in Hamburg stehen die Lilien wieder auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz. Das Zusammengehörigkeitsgefühl macht die Darmstädter stark. Das beweist auch die kuriose Szene rund um Manu. Der war trotz Gelbsperre mit dabei am Millerntor. Bei den Lilien gängige Praxis.

"Das hatten wir eigentlich schon die ganze Saison über, dass verletzte oder gesperrte Spieler trotzdem mit der Mannschaft zu den Auswärtsspielen gefahren sind", bestätigt Darmstadt-Pressesprecher Jan Bergholz dem hr-sport. Das spricht für den Teamgeist. Ein Gut, das im Aufstiegskampf noch wichtig werden kann.

Braydon Manu feiert nach dem Sieg beim FC St. Pauli mit der Mannschaft

Nach einem freien Montag bereiten sich die Darmstädter ab Dienstag auf das nächste Heimspiel am Samstag (20.30 Uhr) gegen das stark abstiegsbedrohte Team von Erzgebirge Aue vor. Dann wieder mit Manu im Kader. Den olivfarbenen Fischerhut dürfte er allerdings erst wieder beim Jubeln nach dem Spiel tragen.