Ein leerer Sportplatz in Frankfurt

Wie geht es weiter im hessischen Amateurfußball? Die Corona-Pandemie legt den Spielbetrieb immer noch lahm. Die Hoffnung bleibt dennoch, die Saison zu beenden. Dabei droht ein Wettlauf mit der Zeit.

So langsam wird es eng. Bis mindestens 7. März gilt in Hessen der Corona-Lockdown, der auch den Amateursport zum Nichtstun zwingt. Der Hessische Handball-Verband (HHV) hat deswegen schon jetzt die coronabedingte Aussetzung des Spielbetriebs bis mindestens 5. April verlängert. Beim Hessischen Fußball-Verband (HFV) hingegen wird noch gewartet. Die Hoffnung bleibt weiterhin: die aktuelle Saison zu Ende spielen - irgendwie.

In der Planung, das bestätigt Jürgen Radeck, verantwortlich für den Spielbetrieb im HFV dem hr-sport, hat sich (noch) nichts geändert. Der Verband hofft weiter, dass ab dem 18. April auf den Fußballplätzen wieder der Ball rollt. Alle anderen vorher diskutierten Varianten sind längst abgehakt. Wird aber Mitte April angepfiffen, könnte die Saison noch in einem normalen Wochenrhythmus abgeschlossen werden. Nach der Hinrunde wäre dann Schluss - mehr ist jetzt schon nicht drin. Das reicht aber wenigstens, um die Spielzeit zu werten und Auf- sowie Absteiger zu bestimmen.

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Audioseite Fußballtrainer Jauernick: "...dann wäre es möglich, die Hinrunde zu beenden"

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HFV denkt auch über Worst-Case-Szenario nach

7. März, 18. April: Wer sich die beiden Daten ansieht, merkt schon jetzt, wie straff der Corona-Zeitplan des HFV ist. Eine weitere Lockdown-Verlängerung könnte bereits das Ende des Vorhabens bedeuten. Ein Grund dafür ist, dass der Verband den Teams rund vier Wochen Vorbereitungszeit einräumen möchte, auch um der Verletzungsgefahr vorzubeugen.

Sollte der Lockdown nur für eine kurze Zeit verlängert werden, hat der HFV noch Spielraum und könnte die Vorbereitungszeit verkürzen oder den Start für eine Woche nach hinten verschieben. Dann bestünde im Verband aber reichlich Bedarf.

Der HFV will sich daher so oder so nach dem 7. März mit allen 32 Fußballkreisen treffen. Wenn die Corona-Lage zu diesem Zeitpunkt schon schlecht aussieht, sollen dort alle Szenarien auf den Tisch - auch der Spielabbruch. "Dann müssen wir über alles reden", betont Radeck. "Einen Startschuss Anfang Mai fände ich schwierig. Dann müssten wir eher über das Worst-Case-Szenario reden, dass wir die Saison nicht beenden können."

Es droht der Wettlauf mit der Zeit

Mitte April ist also das Ziel, Anfang Mai schon schwierig - warum beendet man, wie von manchen Seiten gefordert wird, die Saison dann nicht vorsichtshalber schon jetzt? "Jede Sportart muss sich ein Fenster offen halten. Wenn wir die Spielzeit jetzt schon dicht machen würden, würden wir uns juristisch auf dünnes Eis begeben", erklärt Radeck.

Fakt ist bereits jetzt: Spätestens bis zum 20. Juni muss die laufende Spielzeit beendet sein. Aufschub gibt es bei diesem Termin auf keinen Fall. Es dürfte ein Wettlauf mit der Zeit werden.

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DFB spricht sich für Lockerungen im Amateurfußball aus

Die Führungsetage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich in einem offenen Brief für Lockerungen im Amateurbereich ausgesprochen. Der DFB trage mit seinen Regional- und Landesverbänden die verlängerten Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zwar mit, jedoch dürfe dies "nicht zum Dauerzustand werden", schrieben DFB-Präsident Fritz Keller und Vize-Präsident Rainer Koch in einem gemeinsamen offenen Brief an die knapp 24.500 Fußballvereine in Deutschland. Den offenen Brief finden Sie auf der Website des DFB.

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