Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bei der Abreise in Frankfurt

Am kommenden Wochenende wird es für das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ernst. Die DFB-Frauen gehen mit ambitionierten Zielen in die Weltmeisterschaft.

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Voss-Tecklenburg im Interview
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Eine Stärkung im Innenhof der mondänen Villa Kennedy, dann konnte das WM-Abenteuer endlich beginnen. Mit viel Vorfreude und großen Zielen machten sich die deutschen Fußballerinnen am Montag auf die erste Etappe ihrer "Tour de France".

"Endlich ist es so weit, alle haben ein Strahlen im Gesicht, dass die Zeit endlich gekommen ist", sagte Kapitänin Alexandra Popp, nachdem sich ihr Team bei bestem Sommerwetter zum gemeinsamen Mittagessen im Frankfurter Nobel-Hotel versammelt hatte. Auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg strahlte, als sie vor die zahlreich erschienenen Reporter trat: "Ich bin froh, dass es los geht, das gibt jetzt die letzten drei, vier Prozent vom Gefühl her."

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Ziel Olympia-Ticket

Fünf Tage vor dem Auftaktspiel gegen China am Samstag (15 Uhr) ging es dann per Bus zum Flughafen. Dort hob der Charterflieger mit der 30-köpfigen Delegation nach Rennes mit halbstündiger Verspätung durch die wetterbedingten Verzögerungen am Frankfurter Flughafen ab. Im Südwesten der Hauptstadt der Bretagne schlägt der Olympiasieger sein Lager zunächst im "Domaine de Cicé-Blossac" auf, einem hübsch gelegenen Vier-Sterne-Hotel direkt an einem Golfplatz.

Die Zielvorgabe des zweimaligen Weltmeisters ist ambitioniert: Das Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio soll gelöst werden. Dazu muss es die DFB-Auswahl unter die drei besten Teams Europas schaffen. "Da von den Favoriten ja auch einige aus Europa kommen, müssen wir dafür schon weit kommen", sagte Popp.

Viele WM-Debütantinnen

Auch wenn neun Olympiasiegerinnen an Bord sind, befindet sich die DFB-Auswahl nach zwei Krisenjahren im Umbruch: Zwölf Jahre nach dem bislang letzten WM-Erfolg stellt Deutschland (im Schnitt 25 Jahre und 10 Monate) die fünftjüngste Mannschaft des Turniers. 15 Spielerinnen erleben ihre erste Weltmeisterschaft überhaupt. Darunter ist auch die Nordhessin Carolin Simon, die mit dem französischen Spitzenclub Olympique Lyon in diesem Jahr Champions League, Meisterschaft und Pokal holte.

Holt das junge Team tatsächlich den dritten Stern, erhalten die Spielerinnen eine Rekordprämie. 65.000 Euro gibt es pro Kopf für den Titelgewinn, dazu 10.000 Euro für die erfolgreiche Olympia-Qualifikation.

Das erste Etappenziel lautet: Gruppensieg! Denn sonst droht im Achtelfinale schon das Duell mit den Weltmeisterinnen aus den USA. Als größter Rivale im Kampf um Platz eins in Gruppe B gilt der zweite Gegner Spanien (12. Juni). Im dritten Vorrundenspiel ist Deutschland gegen den WM-Debütanten Südafrika (17. Juni) klarer Favorit.

"Müssen gegen China viel auf den Platz bringen"

Doch zunächst gilt der Fokus dem Auftakt gegen China. "Wir wollen gut in die Gruppenphase starten, um uns gutes Selbstvertrauen zu holen für die K.o.-Phase, wenn es um die Wurst geht", sagte Vize-Kapitänin Svenja Huth.

Voss-Tecklenburg, die ihren Schützlingen im Anschluss an die gelungene Generalprobe am vergangenen Donnerstag (2:0 gegen Chile) ein freies Wochenende zum Durchatmen gewährt hatte, warnte davor, die Asiatinnen zu unterschätzen. "Das ist eine physisch starke und eingespielte Mannschaft. Da müssen wir viel auf den Platz bringen."