Bundestrainerin Steffi Jones
Steffi Jones ist nicht mehr Bundestrainerin. Bild © Imago

Die Frankfurterin Steffi Jones ist nicht mehr Bundestrainerin der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft. Der DFB reagiert auf die sportliche Krise und installiert einen alten Bekannten als Interimslösung.

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich von Bundestrainerin Steffi Jones (45) getrennt. Sechs Tage nach dem schlechten Abschneiden beim Vier-Nationen-Turnier in den USA gab der Verband am Dienstag das Ende der Zusammenarbeit mit der gebürtigen Frankfurterin bekannt. Das DFB-Präsidium folgte damit einer Empfehlung des Direktors Nationalmannschaften Oliver Bierhoff sowie des Sportlichen Leiters Joti Chatzialexiou. Nach SID-Informationen hat sich auch ein großer Teil der Mannschaft gegen Jones ausgesprochen.

Zugleich wurde entschieden, dass Horst Hrubesch den zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister interimsweise übernimmt. Er wird von der ehemaligen Nationalmannschafts-Assistentin Ulrike Ballweg und seinem langjährigen Begleiter Thomas Nörenberg unterstützt.

Grindel meldet sich bei Twitter zu Wort

"Steffi Jones ist die Aufgabe als Trainerin mit großem Engagement und Einsatz angegangen, dafür möchte ich ihr im Namen des gesamten Präsidiums sehr herzlich danken. Sie ist und bleibt ein prägendes Gesicht des deutschen Frauenfußballs, und ich würde mich freuen, wenn sie in anderer Funktion dem DFB und dem Frauenfußball erhalten bleibt", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Hrubesch wünschte er via Twitter "viel Erfolg für die nächsten Spiele". Bierhoff erklärte, dass man den Wechsel nutzen wolle, "um die Strukturen im Frauenfußball weiter zu professionalisieren, die Verzahnung mit dem Männerbereich zu verstärken und neue konzeptionelle Wege zu gehen".

Steffi #Jones ist die Aufgabe als Trainerin mit großem Engagement und Einsatz angegangen, dafür möchte ich ihr im Namen des gesamten Präsidiums sehr herzlich danken. Viel Erfolg, lieber Horst, für die nächsten Spiele mit den @DFB_Frauen !

Die 111-malige Nationalspielerin Jones, die jahrelang für den 1. FFC Frankfurt aktiv war, hatte das Amt nach dem Olympiasieg 2016 ohne jegliche Erfahrung als Cheftrainerin von Silvia Neid übernommen. Unter Jones' Führung war die deutsche Auswahl bei der EM im vergangenen Sommer bereits im Viertelfinale gescheitert. Dennoch verlängerte der DFB den Vertrag der Fußballlehrerin anschließend bis zur WM im kommenden Jahr in Frankreich. Doch der schwache Auftritt zuletzt sorgte nun doch für ein Umdenken beim DFB.

Hrubeschs Debüt steigt Anfang April

Für Nachfolger Hrubesch bleibt allerdings nicht viel Zeit zur Einarbeitung. Am 7. April in Halle/Saale gegen Tschechien und drei Tage später in Slowenien müssen Siege für die WM-Qualifikation her. "Ich habe den Frauenfußball in den vergangenen Jahren verfolgt und war auch bei der EM im Sommer vor Ort", sagte Hrubesch: "Ich helfe in dieser Phase gerne." Nach drei Siegen aus vier Spielen führt das DFB-Team die Gruppe 5 derzeit an.