DFB-Vize Rainer Koch (li.) und Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann im Gespräch.
DFB-Vize Rainer Koch (li.) und Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann im Gespräch. Bild © Imago Images

In der Debatte um mögliche Vorbehalte gegenüber der Eintracht hat DFB-Vize Rainer Koch nochmals Stellung bezogen. Im heimspiel! betonte er, die Vergabe des Länderspiels nach Sinsheim sei in "totaler Übereinstimmung" mit den Frankfurtern und der Stadt geschehen.

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In den nächsten Tagen heißt es für die Spitzenvertreter des Deutschen Fußball-Bundes noch einmal ordentlich Klinken putzen. Schließlich will der DFB nach dem WM-Sommermärchen 2006 und der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 mit der EM 2024 das nächste Fußball-Großereignis an Land ziehen. Am 27. September senkt oder hebt die UEFA den Daumen, ob Deutschland oder Mitbewerber Türkei die EM-Endrunde in sechs Jahren austragen darf.

Da passte es der Verbandsspitze um den umstrittenen DFB-Boss Reinhard Grindel zuletzt gar nicht in den Kram, dass interne Mails offenbar durch einen Maulwurf an den Spiegel lanciert an die Öffentlichkeit gerieten. Der nächste Aufreger nach der schier endlosen Rassismus-Debatte um den Rücktritt von Nationalspieler Mesut Özil. DFB-Vizepräsident Rainer Koch verteidigte noch einmal das Vorgehen des Verbandes, das Länderspiel gegen Peru statt in Frankfurt in Sinsheim stattfinden zu lassen.

Entscheidung pro Sinsheim war "völlig richtig"

"Es entsteht der Eindruck, dass der Präsident etwas mit Gewalt durchsetzen wollte. Wenn man sich die Mails anschaut, wurde hier sehr sachlich unter den Spitzenleuten des DFB diskutiert, wohin das Spiel gehen soll", sagte Koch im heimspiel! des hr-fernsehens. Es stimme auch nicht, dass das Spiel weg von Frankfurt verlegt worden sei, wehrte sich Koch erneut gegen diesen Eindruck. Dabei hatte der DFB-Vize in diesen Mails für einen Hardliner-Kurs gegenüber den Eintracht-Fans plädiert. "Es gibt eine grundsätzliche Reihenfolge. Da ist jetzt Frankfurt ein Standort, der wieder dran ist für ein Länderspiel. Und Frankfurt wird ein schönes Länderspiel bekommen."

Der 59-Jährige hob hervor, dass die Entscheidung im Einklang mit der Eintracht und der Stadt Frankfurt getroffen wurde. "Das wurde damals so abgestimmt, dass man für das Spiel gegen Peru nach Sinsheim geht." Im Nachhinein sei es auch völlig richtig gewesen, so der Jurist: "Wir hatten eine wunderbare Atmosphäre in einem tollen Stadion."

Koch: "Alles sehr sauber abgelaufen"

Dennoch sorgten die vom Spiegel-Magazin veröffentlichten Mails vor allem bei den Eintracht-Fans für atmosphärische Störungen. Dass die Begegnung gegen Peru in Sinsheim statt in Frankfurt über die Bühne ging, weil Grindel kurz vor der Vergabe der EM 2024 mögliche Störaktionen von Eintracht-Ultras fürchtete, kam gar nicht gut an. In einer öffentlichen Stellungnahme forderte der Dachverband der Eintracht-Anhänger Grindel zum Rücktritt auf. Zuletzt hatte auch der frühere Mediendirektor Harald Stenger den DFB-Boss wegen möglicher Vorbehalte gegenüber der Eintracht attackiert.

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Koch, der sich für Frankfurt als Austragungsort stark gemacht hatte, wollte von einem Alleingang Grindels nichts wissen. "Wir haben versucht, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Der gemeinsame Nenner bestand darin, dass es wichtig ist, erstens, ein volles Stadion zu haben und zweitens, dass es in totaler Übereinstimmung mit der Eintracht und der Stadt Frankfurt passieren muss." Beide Parteien seien mit dem Entschluss "einverstanden" gewesen. Alles sei "sehr sauber abgelaufen", betonte Koch. Für den DFB-Vize ist es nun umso bedauerlicher, dass die durch die E-Mails losgetretene Debatte dann "leider Gottes in ein völlig falsches Schlaglicht geraten" sei.

Berthold fordert mehr Transparenz vom DFB

Der frühere Nationalspieler Thomas Berthold forderte vom DFB eine bessere Kommunikation nach außen. "Man sollte versuchen, es transparent darzustellen. Dann hat man weniger Debatten. Wichtig ist für den DFB, dass man differenzierte Meinungen zulässt und nicht so in seinem eigenen Kosmos lebt und meint: 'Die anderen können sagen was sie wollen, das interessiert uns nicht'", kritisierte Berthold im hr-heimspiel! die Verbandsspitze. Zumindest in einer Sache war Berthold auf einer Linie mit Koch: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die EM nicht bekommen werden."

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