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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Spielbetrieb bis Ende April ausgesetzt

Wann rollt der Ball wieder durch die Stadien?

Der Spielbetrieb steht weiter still - das haben die Clubs der beiden Bundesligen am Dienstag beschlossen. Erst im Mai könnte laut der Deutschen Fußball Liga (DFL) der Ball wieder rollen. Auch die Einführung einer "medizinischen Task Force" und Änderungen im Lizensierungsverfahren wurden beschlossen.

DFL-Präsident Christian Seifert lobte den Zusammenhalt im deutschen Fußball und verkündete dann per Videoschalte, was eigentlich längst bekannt war: Die Zwangspause in der Bundesliga und der 2. Liga verlängert sich wegen der Corona-Pandemie mindestens bis zum 30. April. Einen entsprechenden Vorschlag des DFL-Präsidiums verabschiedeten am Dienstag die Bosse der 36 Profiklubs bei der ersten virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) einstimmig. Bis zum 5. April solle auch das Mannschaftstraining der Klubs ruhen.

"Die Ligen standen noch nie enger zusammen als derzeit", sagte Seifert: "Wir wollen den Profifußball irgendwie durch diese Phase bringen. Auch hier wird es einen Neustart geben, und dafür wird es Pläne benötigen." Seifert sprach dabei von flexiblen, strategischen Ideen. Der nun ausgeweiteten Unterbrechung fallen die Spieltage Nummer 28 bis 31 zum Opfer. Der Spielbetrieb ist bereits seit dem 12. März ausgesetzt - abgesehen von den normalen Unterbrechungen im Sommer und Winter schon jetzt die längste Pause der Bundesliga-Geschichte. Die letzte Begegnung war am 11. März das Geisterspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (2:1) gewesen.

"Spiele mit minimalem Einsatz durchführen"

Dass die Saison - wann auch immer - unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit auch fortgesetzt wird, darüber sind sich mittlerweile alle einig. Spiele vor leeren Rängen könnten die Vereine finanziell stemmen, ein Saisonabbruch würde hingegen viel größeren Schaden anrichten. "Einige Klubs werden, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt und sollte die nächste TV-Geld-Rate nicht fließen, im Mai und einige im Juni in eine existenzbedrohene Sitation geraten", so Seifert. Entsprechend seien Geisterspiele auch für die kommende Saison ein mögliches Modell. "Der Entfall von Zuschauereinnahmen muss einkalkuliert werden, möglicherweise auch nicht nur bis zum Ende der Saison, sondern auch noch in die nächste Saison hinein, vielleicht auch bis zum Ende des Jahres", sagte Seifert. "Da gibt es durchaus unterschiedliche Aussagen auch von Experten."

Deshalb arbeitete die DFL mit ihrem "Krisenmanager" Seifert an der Spitze zuletzt "unter Hochdruck an Konzepten, Spiele zu gegebenem Zeitpunkt auch ohne Fans und mit einem Minimal-Einsatz von Arbeitskräften in den Bereichen Sport, allgemeine Organisation und Medien durchzuführen". Man strebe an, so Seifert, "die Saison am 30. Juni zu beenden". Daher wolle man so beginnen, "dass das auch möglich ist". Seifert betonte zudem, dass man auch "über Änderungen im Transferfenster" zu sprechen habe.

Medizinischer Leitfaden, geänderte Lizensierungsbedingungen

Seifert gab zudem die Implementierung einer "medizinischen Task Force" unter der Leitung des DFB-Mannschaftsarztes bekannt, die "einen verbindlichen medizinischen Leitfaden" zu Hygiene und Prävention in Mannschaftstraining und Spielbetrieb erarbeiten solle.

Ebenfalls gebe es ein Bündel an Maßnahmen bezüglich des anstehenden Lizensierungsverfahrens. "Ziel ist es, allen Klubs, allen, die Möglichkeit und die Zeit zu geben, die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen." So werde die Überprüfung der Liquidität der Klubs im kommenden Lizenzierungsverfahren ausgesetzt. "Allerdings wird die Überprüfung während der nächsten Spielzeit von Ende Oktober auf Mitte September vorgezogen", sagte Seifert.

Nur drei Punkte Abzug bei Insolvenz

Bei einer etwaigen Insolvenz-Anmeldung wegen des Coronavirus und seinen Folgen sollen entsprechend nicht neun Punkte Abzug für die kommende Saison ausgesprochen werden, sondern nur drei. Seifert sprach aber ausdrücklich von flexiblen Maßnahmen. "Ich will nicht ausschließen, dass wir unsere Pläne noch einmal anpassen werden", so Seifert.