Jamie Maclaren Niklas Süle und Makoto Hasebe
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Hessens Anteil am deutschen WM-Kader ist überschaubar. Doch abseits der DFB-Elf fahren jede Menge Profis aus Frankfurt und Darmstadt zum Turnier nach Russland. Ein Überblick.

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Beginnen wir mit Deutschland. Im Kader des Titelverteidigers findet sich nur ein Hesse: Niklas Süle. Der gebürtige Frankfurter, der mittlerweile für Rekordmeister Bayern München kickt, gehört seit August 2016 zum Kreis des Nationalteams. Dass er trotzdem bisher nur zehn Spiele machte, liegt an der starken Konkurrenz aus dem eigenen Team.

Mit Jerome Boateng und Mats Hummels sind andere Bayern-Profis in der Innenverteidigung gesetzt. Süle hat aber zumindest größere Chancen auf einen Einsatz als Ersatz-Ersatzkeeper Kevin Trapp, den wir hier als ehemaligen Eintracht-Kapitän zumindest ehrenhalber erwähnen wollen.

Hasebe, Salcedo und Fabian können auf viel Spielzeit hoffen

Sicher keine Nebenrolle wird Makoto Hasebe bei der WM spielen. Der Defensiv-Allrounder ist in seinem Heimatland Japan auch mit seinen 34 Jahren weiterhin eine tragende Säule. Bleibt er verletzungsfrei dürften zu seinen bisher bereits 109 Länderspielen für die blauen Samurai noch ein paar weitere dazukommen.

Auf Einsätze können auch zwei weitere Frankfurter Profis hoffen: Marco Fabian und Carlos Salcedo. Die beiden Mexikaner sammelten in den letzten Testspielen des Teams von Trainer Juan Carlos Osorio ordentlich Spielminuten. Eine der wichtigsten Begegnungen für beide findet gleich zu Beginn der WM statt: Am 17. Juni trifft Mexiko in Moskau auf Deutschland.

Von Jokern und Ersatzleuten

Eine kleine Wundertüte ist die WM für Ante Rebic: Der Frankfurter Pokalheld hat sich mit seinen beiden Toren gegen die Bayern in Berlin ins internationale Rampenlicht gespielt, doch die Konkurrenz in Kroatiens Offensive ist groß. Mit den international renommierten Mario Mandzukic und Ivan Perisic sowie den Bundesliga-Profis Andrej Kramaric (Hoffenheim) und Marko Pjaca (Schalke) hat Rebic im Angriff namhafte Konkurrenz. Zumindest auf Joker-Einsätze kann Luka Jovic bei Serbien hoffen – immerhin hat sich der junge Stürmer damit bei der Eintracht ja einen Namen gemacht. Bei der Testspielniederlage gegen Chile klappte das am Montagabend aber nicht.

Eher mit dem olympischen Gedanken – "dabei sein ist alles" - dürften die letzten beiden Eintracht-Teilnehmer an der WM nach Russland reisen. Frankfurts neuer Torhüter Frederik Rönnow kommt in Dänemark im Normalfall nicht an Kaspar Schmeichel von Leicester City vorbei, Gelson Fernandes musste bis zuletzt zittern, ob er es überhaupt in den Kader der Schweiz schaffte. Am Ende entschied sich Trainer Vladimir Petkovic für den Defensivspezialisten. Wenn eine Führung zu verteidigen ist, dann könnte sich das noch auszahlen.

Der Überraschungskandidat

Einen noch kurvenreicheren Weg zum Turnier hatte Darmstadts Jamie Maclaren. Die WM-Teilnahme war einer der Hauptgründe, warum der australische Stürmer im Winter auf eine Leihe nach Schottland drängte. Mit mehr Spielzeit und mehr Toren machte er bei Hibernian auf sich aufmerksam, für den Kader reichte es aber vorerst nicht. Erst als Tomi Juric mit einer Verletzung ausfiel, rutschte Maclaren in den vorläufigen Kader der "Soccerroos", überlebte am Sonntag auch den finalen Cut und ist damit der letzte der insgesamt neun Hessen-Profis bei der WM.

Sendung: hr-info, 4.6.2018, 13 Uhr